Erstellt am 15. August 2012, 00:00

ÖVP: „Zu wenig Plätze in der Villa Martini“. AUFSTOCKUNG / Ulrich fordert einen Ausbau des Pflegeheimes. Salamon: „Dazu braucht es neue Tagsatzvereinbarungen.“

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VON HELGA OSTERMAYER

MATTERSBURG / Laut dem Vizebürgermeister der ÖVP, Michael Ulrich, gibt es Handlungsbedarf bei den Pflegeheimplätzen: „Die 28 Betten des Mattersburger Alten- und Pflegeheims, Villa Martini, sind voll. Es gibt bereits eine Warteliste, auf der sich viele Mattersburger eingetragen haben“, erklärt er.

„Da das Finden eines Pflegeplatzes aber meistens rasch gehen muss, haben mittlerweile zahlreiche Mattersburger ihre Angehörigen in Pflegeheimen in den umliegenden Gemeinden untergebracht. Das ist für die Stadt keine optimale Situation“, meint der ÖVP-Vize.

„Ein Ausbau der Villa  Martini ist überlegenswert“

„Wir haben mit der 2006 fertiggestellten Villa Martini ein äußerst teures Altersheim, aber die Platzkapazität reicht längst nicht mehr aus. Man muss sich politisch überlegen, ob nicht ausgebaut werden sollte. Zumindest wäre eine Bedarfserhebung dringend notwendig!“, fordert der ÖVP-Politiker.

Ein Angehöriger (Name der Redaktion bekannt), berichtet: „Weil meine Frau gestorben ist und ich daher mit der Pflege meiner kranken Mutter nicht alleine zurecht gekommen bin, habe ich bei der Gemeinde um einen Pflegeplatz in der Villa Martini angefragt. Man hat mir aber gesagt, dass wir keine Chance hätten, weil alles voll sei“, erzählt er. „Ich war natürlich sehr enttäuscht und bin anschließend ganz verzweifelt alle Pflegeheime im Bezirk abgefahren. In Marz habe ich schließlich einen Platz für meine Mutter gefunden und wir sind beide sehr glücklich darüber, denn sie wird dort optimal betreut“, berichtet der Sohn.

Laut dem Angehörigen gäbe es noch viele weitere Fälle, wo pflegebedürftige Personen keinen Platz in der Villa Martini bekommen hätten und auf umliegende Heime ausweichen mussten.

Bürgermeisterin Ingrid Salamon nimmt dazu Stellung: „Wir achten darauf, dass die Warteliste nicht zu lange ist, aber in keinem Heim bekommt man über Nacht einen Pflegeplatz. Wir haben für die Zukunft vorgesorgt und die Villa Martini so gebaut, dass sie jederzeit aufgestockt werden kann.“

Mehr Platz bedarf einer  neuen Tagsatzvereinbarung

„Mehr Platz zu schaffen, bedarf aber einer neuen Tagsatzvereinbarung, denn ein Pflegeplatz muss natürlich auch leistbar sein. Wenn rasch ein freier Platz benötigt wird, helfen wir natürlich mit, einen in den umliegenden Pflegeheimen zu finden“, so die Ortschefin.

Von den insgesamt sieben Pflegeheimen im Bezirk sind derzeit vier voll belegt, nur in Marz, Draßburg und Bad Sauerbrunn gibt es noch freie Plätze.