Erstellt am 07. August 2013, 00:00

Partyunfall: Teilschuld für beide Parteien. Gerichtsstreit / 2011 brach sich die Besucherin einer Jugendveranstaltung ein Bein. Der jungen Frau wurde eine Mitschuld zugesprochen.

BEZIRK / Bei einem Partyevent im Bezirk Mattersburg wurde 2011 eine Besucherin verletzt. „Die Haftung für den Unfall trägt zur Hälfte der Veranstalter. Meiner Mandantin wurde eine 50-prozentige Mitschuld zugesprochen“, so Sonja Wurz von der Radel Stampf Supper Rechtsanwälte OG über das Zwischenurteil.

Von Tänzer vom Podest gestoßen

Über den Unfallhergang: Ein 20-jähriges Mädchen aus dem Bezirk besuchte 2011 mit Freunden eine öffentliche Party. Sie wurde von einem Gogo-Dancer wiederholt aufgefordert: „Na tanz doch mit mir!“ Laut der Juristin Sonja Wurz wollte ihre Mandantin dies aber nicht. Auch der DJ der Veranstaltung soll die junge Frau zu diesem Tanz angefeuert haben.

„Meine Mandantin wurde von dem Tänzer auf sein Podest hochgezogen. Sie hat eine Zeit lang mitgetanzt, wollte aber dann wieder runterklettern. Nachdem sie keinen Stiegenaufgang gesehen hat, hat sie sich an den Rand gesetzt und wurde plötzlich vom Tänzer runtergestoßen“, schildert Juristin Sonja Wurz.

Die Partybesucherin brach sich beim Sturz vom rund zwei Meter hohem Podest den linken Fuß. Vor Gericht wurde vor kurzem verhandelt, wer für die Schmerzensgeldansprüche haftet. „Der Veranstalter sagt, dass er nicht haftet, da es für Besucher verboten ist, auf dem Podest zu tanzen. Ein Gastwirt würde ja auch nicht dafür haften, wenn ein Gast von einem Kellner verprügelt wird“, so Sonja Wurz.
 
Die Anwältin argumentiert jedoch, dass ihre Mandantin von dem DJ und dem Tänzer angefeuert und hochgezogen wurde und dass sehr wohl eine Haftung für das Fehlverhalten der Mitarbeiter der Partyveranstaltung gegeben ist.

„Securities waren zu dem Zeitpunkt nicht in der Nähe und auch der DJ und der Tänzer hätten zwar niemanden anfeuern oder auffordern dürfen auf das Podest zu kommen, jedoch kommen diese Handlungen ihrer Vertragserfüllung sehr Nahe“, so die Rechtsanwältin. Der Veranstalter habe auf die aushängende Platz- und Hausordnung verwiesen, auf der es heißt, dass das Gogo-Podest von den Besuchern nicht betreten werden darf.

Schmerzensgeld wird noch verhandelt 

Das Beweisverfahren ist zwar bereits abgeschlossen, die Verhandlung ist jedoch noch im Gange. Nach dem Urteil über die Haftung wird noch die Höhe der Ansprüche verhandelt. Es soll sich um Schmerzensgeld im vierstelligen Bereich handeln, von dem der Veranstalter die Hälfte zu tragen hat. Das Zwischenurteil ist noch nicht rechtskräftig und kann bis Mitte August berufen werden.

„Wir werden das Urteil anfechten“, so der Veranstalter gegenüber der BVZ.