Erstellt am 25. Juli 2012, 00:00

Peiniger muss in Anstalt. ABARTIG / Frau und Kinder schlug ein 33-jähriger Mann. Weil weitere Taten zu befürchten sind, wurde er eingewiesen.

BEZIRK MATTERSBURG /  Dem mehrfach vorbestraften und unter einer Persönlichkeitsstörung leidenden Angeklagten wurde vorgeworfen, seine Frau vergewaltigt, geschlagen, erpresst und beraubt zu haben. Auch seine kleinen Töchter, drei und neun Jahre alt, soll er misshandelt haben. Zu diesen massiven Vorwürfen bekannte er sich am ersten Prozesstag nicht schuldig. Er gab nur zu, seine neunjährige Tochter im Februar 2012 geschlagen zu haben.

Am zweiten Prozesstag in der Vorwoche wurde die Mutter des Angeklagten befragt. „Ist Ihnen bekannt, dass es zahlreiche Polizeieinsätze wegen der Gewalttätigkeiten Ihres Sohnes gab?“, fragte Richter Dr. Wolfgang Rauter die Frau. „Teilweise ja. Er ist gefährlich, wenn er trinkt“, sagte die Mutter. Die Ex-Lebensgefährtin, die im Bezirk Mattersburg lebt, schilderte, wie der Angeklagte sie mit einem Messer bedrohte und zum Sex zwang und wie er die Kinder schlug, sogar als sie noch Babys waren. „Meine Tochter hat lang geschrien und geweint“, berichtete sie über die Auswirkungen des letzten Vorfalls im Februar 2012.

Lehrerin bemerkte  blaue Flecken beim Kind

Einer Lehrerin war in diesem Zeitraum aufgefallen, dass das ältere Mädchen blaue Flecken hatte, und sie verständigte das Jugendamt. Daraufhin hatte die Frau endlich ausführlich über die erlittenen Qualen berichtet.

Ihr Ex-Lebensgefährte habe ihr gedroht: „Wenn du jemandem etwas sagst, mache ich dir das Leben zur Hölle!“ Die Beziehung sei ein Auf und Ab gewesen. „Er tat mir leid, weil er ein Heimkind war“, erklärte die Frau.

Ein psychiatrischer Gutachter diagnostizierte bei dem Angeklagten eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung und eine Intelligenzminderung. „Es kann bei ihm immer wieder zu Gewaltausbrüchen kommen“, erklärte der Gutachter.

Das Gericht kam der Empfehlung des Sachverständigen nach und ordnete eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher an.

Verurteilt wurde der Mann nur wegen eines Teils der angeklagten Fakten. „Es besteht für den Senat kein Zweifel daran, dass der Angeklagte eine abartige Veranlagung hat“, erklärte der vorsitzende Richter, Dr. Wolfgang Rauter.

Den Opfern sprach er 1.000 Euro Schmerzensgeld zu. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Angeklagte und die Staatsanwältin baten um Bedenkzeit.