Erstellt am 10. Februar 2016, 07:58

von Richard Vogler

Pendler müssen weiter früher aufstehen. Die ÖBB nimmt im Burgenland Änderungen vor. Bei den Abfahrtszeiten in Mattersburg bleibt hingegen alles beim Alten.

 |  NOEN, Richard Vogler

Mit der Fahrplanänderung der ÖBB im Dezember 2015 führte die Arbeiterkammer eine Umfrage durch. Die ÖBB reagiert nun darauf mit Änderungen. Von diesen Adaptierungen ist – sehr zum Leidwesen von einigen Pendlern – die Strecke zwischen Mattersburg und Wiener Neustadt nicht betroffen.

Im Konkreten handelt es sich dabei um die zeitliche Rückverlegung jener „Sprinter“, die von Mattersburg weg in Wiener Neustadt und dann am Wiener Hauptbahnhof Halt machen. Dadurch ergeben sich enorme Nachteile etwa für Schüler, da sie nun eine Dreiviertelstunde früher eine Zugverbindung in Angriff nehmen müssen.

"Beim Wichtigsten wurde wieder nichts verbessert“

Auch einige Pendler müssen früher aufstehen: „Dann habe ich noch eine halbe Stunde Leerzeit in Wien ‚totzuschlagen‘. Jetzt wird was geändert und beim Wichtigsten, der Zeitersparnis, wurde wieder nichts verbessert“, berichtet ein Mattersburger. Ins selbe Horn tönt eine weitere Pendlerin. „Mir wäre am Wichtigsten gewesen, wenn sie die alten Abfahrtszeiten wieder eingeführt hätten. Ich muss um eine dreiviertel Stunde früher losfahren.“

Die Erklärung, warum bei den Abfahrtszeiten alles beim Alten bleibt, hat Reinhold Haring von der Arbeiterkammer (Bereich Verkehr und Umwelt) parat. „Natürlich ist es für die Arbeiterkammer keine zufriedenstellende Situation. Die Taktierung ist in diesem Fall leider nicht zu ändern. Aus ganz Europa strömen die Züge zum Wiener Hauptbahnhof, diese Struktur ist nicht zu ändern.“ Als Verbesserungswürdig empfinden die Zugreisenden auch die veralteten Diesel-Garnituren bei der Strecke Mattersburg. Die Arbeiterkammer fordert diese durch modernes Material zu ersetzen.

Weiter wurde bei der Umfrage von den Pendlern kritisiert, dass dass Züge, die in der Morgen– und Abendspitze fahren an der Kapazitätsgrenze, und teilweise überfüllt sind. In diesem Fall reagiert die ÖBB - jener, der von Deutschkreutz um 5.45 Uhr nach Wulkaprodersdof fährt, wird verstärkt. Bei der Umfrage waren die Pendler nicht mit allem unzufrieden. Positiv empfunden wurde vor allem das Baustellenmanagement in Mattersburg und das Funktionieren des Schienenersatzverkehres.

Folgende Änderungen wurden am 13. Dezember bei den „Sprintern“ zwischen Mattersburg und Wiener Neustadt vorgenommen:

  • Neue Abfahrtszeit in Mattersburg: 5.27 Uhr; alte Abfahrtszeit 5.15 Uhr.

  • Neue Abfahrtszeit in Mattersburg: 6.27 Uhr; alte Abfahrtszeit 6.15 Uhr.

  • Neue Abfahrtszeit in Mattersburg: 7.27 Uhr; alte Abfahrtszeit 7.15 Uhr.

Die Umfrage:

  • Burgenlandweit wurden mit 11.000 Fahrplänen auch 4.500 Umfrage-karten unter die PendlerInnen gebracht. Durch die Rücklaufquote von mehr als 10 Prozent liegen der AK-Pendlerumfrage die Anliegen und Wünsche von 500 Bahnpendlern aus dem Burgenland zugrunde.

  • Nur 11 Prozent der Umfrage- Teilnehmer sagten, der neue Fahrplan bringt für sie Verbesserungen; hingegen beklagten 86 Prozent Verschlechterungen.

  • Sehr zufrieden zeigten sich die Zugreisenden bei der Pünktlichkeit, lediglich elf Prozent sind unzufrieden.

  • Lautsprecherdurchsagen sind schwer verständlich; geht es nach der AK sollten diese lückenlos durch elektronische Anzeigetafeln ersetzt werden. Auch in den Zügen sind die Informationen über Verspätungen (Grund und vor allem Dauer) weiterhin mangelhaft.