Erstellt am 12. Juni 2014, 06:56

von Helga Ostermayer

Pendlerverkehr: Nicht alle sind sich einig. Während Schattendorf, Baumgarten und Draßburg an einem Strang ziehen, sieht Loipersbach die Sache als aussichtslos.

Die Bürgermeister aus Baumgarten, Kurt Fischer (l.) und Draßburg Rudolf Ivancsits lehnen einen Ausbau der so genannten »Weißen« Straße ab.  |  NOEN
Eine neue Dynamik bekommt das Problem um den ausufernden Grenzverkehr, denn nicht nur die Schattendorfer, auch die Nachbargemeinden Baumgarten und Draßburg, stört der massive Pendlerverkehr auf ihren Durchzugsstraßen, der sich seit der Grenzöffnung in Schattendorf durch die Gemeinden wälzt und sie wollen per Resolution dagegen vorgehen.

„Die Geister, die man rief, wird man nicht mehr los“

Die Gemeinde Loipersbach hingegen hält, laut Amtmann Karl Bader, eine Vorgehensweise gegen die Eindämmung des Verkehrs auf der EU-geförderten Verbindungsstraße für sinnlos und wird bei der Resolution nicht mitmachen.

„Jetzt hat man auf dieser Strecke die Geister, die man rief und nun wird man sie nicht mehr los“, so der Loipersbacher Amtmann, der nicht glaubt, dass bei dem, von der EU-abgesegneten Projekt, noch etwas zu ändern sein wird.

Schattendorfs Bürgermeister, Johann Lotter, richtete hingegen bereits vor Kurzem ein Schreiben an Bezirkshauptmann Klaus Mezgolits, damit ein Gutachten in Auftrag gegeben werden kann (die BVZ berichtete).

Verbindungsstraße diente zunächst dem Europa-Gedanken

Nun hat auch die Gemeinde Baumgarten eine Resolution unterzeichnet, dem Verkehrsaufkommen Einhalt zu gebieten. Auch Draßburg wird, laut Bürgermeister Rudolf Ivancsits, diese Resolution bei der Gemeinderatssitzung am 26. Juni beschließen.

Die grenzüberschreitende Verbindungsstraße zwischen Schattendorf und Agfalva wurde ursprünglich geplant und umgesetzt, um im Sinne des europäischen Gedankens für nachbarschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Austausch zu sorgen.

Zu Stoßzeiten werden mehr als 300 Pkws pro Stunde

Vor allem Radfahrer, Fußgänger und der „Pkw-Grenzverkehr nur unter Anrainergemeinden“ waren die Zielgruppe. Verkehrserhebungen zeigen jedoch einen stetigen Anstieg der Frequenz, zu Stoßzeiten werden mehr als 300 Pkws pro Stunde gezählt.

Die Verbindungsstraße Schattendorf–Agendorf wird mittlerweile zu 95 Prozent von Pendlern genutzt, um auf kurzem Weg in die Bezirke Eisenstadt, Mattersburg, Oberpullendorf und Wiener Neustadt, und wieder retour, zu gelangen.

Dieser Umstand stellt ein besonderes Ärgernis für unsere gesamte Bevölkerung dar, insbesondere Kinder und ältere Menschen werden gefährdet.