Erstellt am 27. Juli 2016, 13:57

von Michael Kremser

Sozialprojekte sind gesichert. Günther Kroiss schmiedet schon Pläne zum Fortbestand seiner karitativen Initiativen – Langzeitlösung für Kindergarten noch offen.

Neu. Werner Riegler soll ab September die Pfarrleitung übernehmen.  |  BVZ

Wie seit Anfang Sommer bekannt verlässt Günther Kroiss die Pfarre Mattersburg als kirchliches Stadtoberhaupt – Werner Riegler folgt ihm ab September nach (die BVZ berichtete, siehe unten). Ob der derzeit noch die Gemeinden Schützen und Donnerskirchen betreuende Pfarrer Riegler auch in die großen Fußstapfen bei den von Kroiss initiierten sozialen Projekten tritt? „Ganz klar nein“, hält Noch-Pfarrer Kroiss auf BVZ-Anfrage fest.

„Die sozialen Projekte rund um Jugendbetreuung und Integration werde ich auch weiter fortführen, das habe ich bereits mit meinem Nachfolger besprochen“, so Kroiss, der weiter ausführt: „Mir bleibt nun, viel mehr Zeit, mich intensiver darum zu kümmern und sie mehr mit der Caritas Burgenland zu verknüpfen. „Diese Projekte“, das sind der Verein „2getfaire“ mit dem Caritas-Lerncafé in Mattersburg, in dem lernschwachen Schülern geholfen wird.

Der Verein „Savio“, mit dem Café Bosco und der Savio- Bar, die als Treffpunkte für Kommunikation dienen. Das Projekt „Street to work“, das arbeitslosen Jugendlichen ein Tätigkeitsfeld im handwerklichen Bereich bietet. Das „Haus-Dominikus“, in dem Jugendlichen bei Bedarf temporär eine Unterkunft zu Verfügung gestellt wird.

Mit Betreuern eng in Kontakt stehen

„Die einzelnen karitativen Projekte werden bereits jetzt von meinen Mitarbeitern gut betreut, daran wird sich auch nichts ändern – wir werden uns einmal pro Woche zusammensetzen und besprechen, zudem werde ich ohnehin weiterhin viel Zeit in Mattersburg verbringen“, erzählt Kroiss. Dieser möchte sich vor allem aber in der Übergangsphase ein wenig aus dem Pfarrleben zurückziehen, „um dem neuen Stadtpfarrer nicht im Weg zu stehen, damit er sich hier ordentlich etablieren kann“, meint er.

Eine Änderung wird sich auch für jene vier Jugendliche ergeben, die zur Zeit noch im Pfarrhof untergebracht sind – immerhin wird dort Werner Riegler ab September einziehen. Zwei davon haben bereits eine Wohnmöglichkeit gefunden, die anderen beiden werden im Haus Dominikus unterkommen, dort wiederum werden zwei der derzeit sieben Bewohner ausziehen. „Drei der Jugendlichen, die im Haus Dominikus wohnen, haben bereits einen Job gefunden und können ihren Lebensunterhalt somit selbst bestreiten, daher habe ich ihnen nahegelegt, sich eine andere Bleibe zu suchen, da das Haus wirklich nur für jene da sein soll, die keine andere Möglichkeit haben“, so Kroiss.

An Kindergartenlösung muss Riegler arbeiten

Ein Problem, für das es noch keine Langzeitlösung gibt, ist der von der Pfarre geführte sanierungsbedürftige Kindergarten in der Stadtgemeinde – ein Projekt, dass mit einer Investition von rund zwei Millionen Euro beziffert ist, bei dem es aber an Geld fehlt. Für die nächsten zwei Jahre sei laut Kroiss der Fortbestand auf jeden Fall gesichert. Es liegt nun an dem designierten Stadtpfarrer Werner Riegler, eine langfristige Lösung zu erarbeiten – das Interesse hierfür ist jedenfalls sowohl von Eltern, Stadtgemeinde und der örtlichen Pfarre groß (die BVZ berichtete).