Erstellt am 03. Juni 2015, 11:51

von Michael Kremser

7.500 Jahre altes Skelett entdeckt. Beim Bau der neuen Wasserleitung zwischen Neudörfl -Sopron wurden archäologische Relikte aus der Neusteinzeit gefunden.

Die Funde wurden von den Archäologen akribisch abtransportiert.  |  NOEN, Kremser

Am Hottergebiet von Pöttsching, wo derzeit entlang der Mattersburger Schnellstraße S4 an dem Projekt „Aqua Burgenland Sopron“ gearbeitet wird, wurde im Zuge der Bauarbeiten in einer Lehmgrube am Rande einer jungsteinzeitlichen Siedlung ein Skelett entdeckt.

Ebenso fand man Scherben und Werkzeuge, mit deren Hilfe sich die Gebeine auf die zweite Hälfte des sechsten vorchristlichen Jahrhunderts zurückdatieren lassen – einer Zeit, in der die ersten Bauern in Österreich sesshaft wurden, und sich am besagten Gelände archäologisch nachweislich eine Siedlung befand.

"Skelett 2.000 Jahre älter als 'Ötzi'"

„Die Menschen damals waren landwirtschaftlich orientiert, der Lehm, der hier abgebaut wurde, diente als Grundlage für den Hausbau und die Töpferei“, berichtet die Grabungsleiterin Dorothea Talaa, und führt weiter aus: „Möglicherweise kam es hier zu einem Überfall oder zu Streitereien, denn eines steht außer Frage, dieses menschliche Wesen wurde auf jeden Fall getötet – wahrscheinlich durch Pfeilschüsse – und fiel dann in diese Grube, das lässt sich aus der Lage des Skelettes erkennen – eine Schädelverletzung als Todesursache kann man nach derzeitigem Untersuchungsstand ausschließen. Anschließend wurde es vergraben.

„Die menschlichen Überreste sind rund 2.000 Jahre älter als die Gletschermumie ‚Ötzi‘ und damit die am besten erhaltenen der frühen Jungsteinzeit, die in Österreich jemals gefunden wurden. Kalkablagerungen im Boden sind für den einzigartigen Erhaltungszustand des Skeletts verantwortlich – zwei weitere ähnliche Funde in Niederösterreich sind wesentlich schlechter erhalten. In den nächsten Wochen wird noch abgeklärt werden, ob es sich bei den Gebeinen um die einer Frau oder eines Mannes handelt – festhalten kann Talaa mittlerweile allerdings, dass die Person jugendlichen Alters war, und das 20. Lebensjahr noch nicht erreicht hatte.