Erstellt am 25. Februar 2015, 08:46

von Michael Kremser

Lange Wartezeit für Schlaganfallpatient. Die Tochter eines Schlaganfallpatienten beklagt viel zu lange Wartezeit und mangelnde Versorgung.

Die Angehörige eines Schlaganfallpatienten fühlte sich vom Eisenstädter Krankenhaus im Stich gelassen. Foto: Hafner  |  NOEN, @HAFNER GRGOR
Anfang Februar wusste die Landesbedienstete Christa Wesselich aus Pöttsching nicht recht, wie ihr geschah, nachdem ihr Vater mit Verdacht auf einen Schlaganfall in das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt eingeliefert wurde.

Personal bemüht, dennoch langes Warten

Der 83-jährige Pensionist wurde vor fünf Jahren schon einmal zur vollsten Zufriedenheit nach einem Schlaganfall in Wiener Neustadt behandelt, wo beinahe alle Schlaganfallpatienten des Nordburgenlandes versorgt werden, da Eisenstadt bislang über keine neurologische Station verfügt – diese soll mit 1. Juli 2015 eröffnet werden.

An dem betreffenden Tag war allerdings kein Bett in Wiener Neustadt frei, und so wurde der betagte Mann auf die Interne Ambulanz zu den Barmherzigen Brüdern gebracht. „In der internen Ambulanz herrschte an diesem Nachmittag Hochbetrieb“, berichtet die Tochter des Betroffenen, die aber zu Gute hält, dass, wenn Personal vorhanden war, dieses sich auch sehr bemühte.

Trotzdem musste der Patient rund eine Stunde am Gang sitzend warten. „Es heißt immer bei einem Schlaganfall zählt jede einzelne Minute, da kann es doch nicht sein, dass wir eine Stunde warten mussten, bis mein Vater überhaupt von einer Ärztin untersucht wurde dauerte es gar zwei Stunden“, ärgert sich Wesselich. Zum Bedauern des Krankenhauses gab es an diesem Tag auch noch Probleme mit der EDV.

„Keiner konnte uns Ergebnisse nennen“

„Keiner konnte uns nach der Untersuchung Ergebnisse nennen, da die Computertechnik fehlerhaft war, zudem hieß es dann am Montag, dass ein Neurologe erst am Donnerstag aus Wien käme, und wir erst dann etwas Genaueres über den Zustand unseres Vaters erfahren können“, erzählt die besorgte Frau.

Der Patient sollte, nachdem er die Nacht auf einem Bett der Aufnahmestation verbrachte, nach Kittsee verlegt werden – wo es ebenfalls keine neurologische Station gibt. Die Familie nahm daraufhin die Sache selbst in die Hand und fuhr zu einer niedergelassenen Ärztin nach Neusiedl am See.

Diese stellte fest, dass die Aufnahme auf einer neurologischen Station dringend erforderlich sei, und organisierte noch am selben Tag ein Bett am Wiener Rosenhügel.

Wütend über Krankenhaus-Statement

„Mein Vater hatte im Kleinhirn einen Schlaganfall, deshalb liegt er jetzt bereits die dritte Woche im Krankenhaus in Wien“, zeigt sich die Pöttschingerin wütend gegen über dem Statement des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder, wonach der Verdacht auf einen akuten Schlaganfall durch die Untersuchungen ausgeräumt werden konnte, und keine Gefahr im Verzug bestand.

„Ich will sicher keine Klage einbringen, aber nicht, um das Krankenhaus zu schonen, sondern weil ich das meinem Vater nicht antun will, das würde ihn nur aufwühlen, er steht ja noch immer unter Schock“, berichtet die Frau.

Spital weist die Vorwürfe zurück

Eine Pressesprecherin des Krankenhauses bestätigt, dass sich im Haus kein Neurologe permanent aufhält, und man diesen als Konsiliararzt bei Bedarf zuzieht, dementiert aber, dass es keine ausreichende Befundung gab, da diese unabhängig von der EDV Problematik auch funktioniere, und dass Spitalsbetten Mangelware sind, ist hinlänglich bekannt, es wird aber jeder Patient nach bestem Wissen im Krankenhaus versorgt.

Dem Betroffenen selber geht es den Umständen entsprechend, er befindet sich derzeit in Bewegungs- und Logotherapie, die gut verlaufen und er hofft auf baldige Genesung.

Auch die BVZ Eisenstadt berichtet:

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