Erstellt am 03. Oktober 2012, 00:00

Politstreit um Polizei in Schattendorf. Kritik / SPÖ fordert mehr Polizisten. ÖVP setzt auf mehr Nachtfahndungen, verstärkte Zusammenarbeit und Überstunden für Beamte.

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SCHATTENDORF / Die SPÖ kritisiert die Sicherheitspolitik der ÖVP. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Steindl präsentierten am Freitag ihre vereinbarten Sofortmaßnahmen, um den jüngsten Einbruchsserien im Burgenland Herr zu werden. Laut diesen sind zwar mehr Polizisten für Pamhagen, aber nicht für Schattendorf vorgesehen. SPÖ-Klubobmann Christian Illedits fordert generell mehr Polizeibeamte für das Burgenland.

„Mit Sicherheitskosmetik wenige Tage vor einer Wahlentscheidung lassen sich die katastrophalen Fehler, die die ÖVP seit 12 Jahren im Sicherheitsbereich zu verantworten hat, nicht ungeschehen machen“, kritisiert der SPÖ-Klubobmann. Die ÖVP habe über ihre Innenminister die Polizei im Burgenland personell massiv ausgedünnt. Darüber hinaus seien Grenzdienststellen geschlossen und der Assistenzeinsatz ohne Alternativkonzeption ‚abgedreht‘ worden. „Es darf nicht sein, dass es noch immer etliche Polizeiinspektionen gibt, die mit weniger als zwölf Beamten ausgestattet sind. So ist kein Rund-um-die-Uhr-Einsatz machbar, wie er angesichts der derzeitigen Sicherheitslage erforderlich wäre“, so Illedits.

„Es wurde ein 8-Punkte-Programm für die Situation in Schattendorf entwickelt, das ab sofort umgesetzt werden soll“, so Steindl. Die Polizei wird unter anderem die Fahndungen während der Nacht erhöhen. Beamte des operativen Zentrums für Ausgleichsmaßnahmen, der EGS (Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität) und des Landeskriminalamts werden ihren gemeinsamen Einsatz verstärken und von Beamten des Bezirkspolizeikommandos Oberpullendorf unterstützt. Zusätzlich werden Beamte zu Überstunden eingeteilt.

Die Ermittlungsgruppe des Bezirkspolizeikommandos Mattersburg wird die Ermittlungen konsequent weiterführen und einen laufenden Spurenabgleich mit Tatorten in anderen Bezirken durchführen. Zudem werden der Einsatz eines Wärmebildfahrzeugs und die Zusammenarbeit mit den ungarischen Kollegen intensiviert. „Ich bin überzeugt davon, dass diese Maßnahmen umgehend Wirkung zeigen werden“, so Steindl, der hinzufügt: „Mit dieser raschen Unterstützung seitens der Innenministerin wird die Sicherheit der Bevölkerung erhöht.“

Einbruchsserie. Die Einbrüche im Burgenland häufen sich. Schattendorf zählt neben Pamhagen zu den „Hotspots“ für Einbruchsdelikte.

Waldhäusl