Erstellt am 28. August 2013, 00:00

Protest gegen Verbauung. Bereits 650 Unterschriften / Eine Bürgerinitiative setzt sich für das Natura 2000-Gebiet in Forchtenstein ein. Die Umwidmung in Bauplätzen soll gestoppt werden.

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Von Richard Vogler

FORCHTENSTEIN / Die geplante Verbauung im Natura 2000-Gebiet ist schon länger ein Thema, nun formiert sich eine Bürgerinitiative, die das Projekt noch „kippen“ will. Zur Vorgeschichte: Die Gemeinde Forchtenstein plant im Natura 2000-Gebiet Bauplätze für Familien zu schaffen, wogegen Gegner Sturm liefen.

Vor allem wegen der Zwergohreule, die dort beheimatet ist. Am ursprünglichen Plan wurden kleine Adaptierungen vorgenommen, der Gemeinderat fasste anschließend einen Grundsatzbeschluss, das Gebiet umzuwidmen. Vor einigen Wochen formierte sich eine Gruppe, die sich dagegen stemmt. Eine Bürgerinitiative wurde ins Leben gerufen und eifrig Unterschriften gegen die Verbauung des Natura 2000-Gebiets gesammelt – mit erstaunlicher Resonanz: 650 Personen unterzeichneten (mit Namenskennung, also nicht anonym) übers Internet oder handschriftlich.

Öffentlicher Druck soll Projekt stoppen

Einer der Organisatoren der Bürgerinitiative erläutert: „Es ist nun so, dass nur mehr die EU gegen dieses Projekt einschreiten könnte. Diese wird jedoch nur tätig, wenn die Bagger schon auffahren.“ Die Protagonisten wollen sich noch nicht zu erkennen geben. „In ein, zwei Wochen sollen Fotos gemacht werden, um medial in die Offensive zu gehen, denn wir haben erkannt, dass man das Projekt nur mehr durch öffentlichen Druck stoppen kann.“

Ortschefin Riki Reismüller will die 650 Unterschriften nicht kommentieren, sie hält fest, dass man „Schritt für Schritt setzen will. Es gilt noch den Flächenwidmungsplan abzuwarten, der in etwa einem halben Jahr fertig ist und Gespräche mit den Grundstücksbesitzern werden auch noch geführt.“ Anschließend wird – sofern der Gemeinderat dafür stimmt – umgewidmet.