Erstellt am 04. Februar 2015, 06:04

von Elisabeth Kirchmeir

Raub war nur erfunden. 20.000 Euro seien ihm geraubt worden, behauptete der Betreiber eines Wettlokals in Neudörfl. Den Überfall hatte es aber gar nicht gegeben.

Nur erfunden. Ein Wettlokalbesitzer täuschte Überfall nur vor.  |  NOEN, www.BilderBox.com

Eine unbekannte männliche Person habe ihn mit einer Pistole bedroht und ihm mit den Worten „Geld her“ 20.000 Euro Bargeld geraubt, behauptete der Betreiber eines im Bezirk befindlichen Wettlokals am 25. Juli 2014 gegenüber der Polizei (

). Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Raub erfunden war.

Umbau als Vorwand genommen

Vorige Woche mussten sich der Betreiber des Lokals sowie zwei Brüder vor Gericht verantworten. Die drei Männer hatten das Lokal gemeinsam betrieben. Der Erstangeklagte war von den beiden bereits vorbestraften Brüdern als Geschäftsführer vorgeschoben worden.

Die Männer hatten den Tatplan gemeinsam entwickelt. Sie behaupteten, sie hätten einen Umbau geplant, um einen Wettanbieter dazu bewegen zu können, wieder in ihr Geschäft einzusteigen.

Mit dem angeblich geplanten Umbau wollten sie plausibel erklären, dass der Geschäftsführer angeblich knapp 20.000 Euro bei sich hatte. Man wollte sich das in Wahrheit gar nicht entwendete Geld sogar von der Versicherung zurückholen.

Zweitangeklagter bekam 2 Jahre

Der Geschäftsführer des Wettlokals bekannte sich vollinhaltlich schuldig und wurde zu einer Freiheitsstrafe im Ausmaß von 12 Monaten auf Bewährung verurteilt. Der in U-Haft befindliche Zweitangeklagte erhielt eine teilbedingte Haft: Er muss von 24 Monaten Freiheitsstrafe acht absitzen. Ihm wurde zusätzlich gewerbsmäßiger Diebstahl vorgeworfen.

Er hatte mittels eines Schlüssels, der im Lokal lag, Geld aus einem dort aufgestellten Spielautomaten entnommen, um es zum Zweck des Glücksspiels wiederum in den Münzschlitz des Automaten zu werfen. Diese „Gratisspiele“ summierten sich auf insgesamt rund 20.000 Euro.

Der Bruder des Zweitangeklagten wurde zu 18 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Alle drei Männer nahmen das Urteil an, auch das Brüderpaar, das sich zunächst nicht vollinhaltlich schuldig bekannt hatte.

BVZ.at hatte berichtet: