Erstellt am 02. März 2016, 05:19

von Michael Kremser

Prozess um Entführung. ;Der Vater zweier Kinder aus der Betreuungseinrichtung in Pöttsching, der die Buben zwei Monate bei sich versteckt hatte, soll wegen Kindesentführung angeklagt werden.

Nach Verstecken der behördlich obsorgepflichtigen Kinder droht Vater nun Prozess wegen Entführung.  |  NOEN, Erwin Wodicka / wodicka@aon.at

Einem Vater aus dem Bezirk Oberpullendorf wird von der Staatsanwaltschaft das Vergehen der Kindesentführung angelastet, weshalb er sich nun dafür verantworten soll.

Bei Vater "versteckt" gewesen

Der Fall sorgte im Herbst vergangenen Jahres für Aufsehen (BVZ.at hatte berichtet, siehe hier und unten). Seit 23. September 2015 waren zwei Kinder aus dem Kinderdorf Pöttsching – damals 12 und 14 Jahre – abgängig, und als vermisst gemeldet. Rund zwei Monate später, am 13. November 2015, wurden die Buben durch Beamte der Exekutive aufgegriffen.

Wegen eines anonymen Hinweises, der bei der Polizei einlangte, konnten die beiden Jugendlichen bei einem Güterweg im Bezirk Oberpullendorf gestellt werden. Bekannt ist, dass sich die beiden Buben die ganze Zeit über bei ihrem Vater, der im Bezirk Oberpullendorf wohnhaft ist, aufhielten.

Dieser habe die beiden am Tag des Verschwindens vom Parkplatz eines örtlichen Supermarktes in der Marktgemeinde abgeholt und bei sich aufgenommen. Trotz mehrmaligen Hausbesuchen beim Vater durch die Polizei wurden die Jugendlichen nicht entdeckt, da sie zu diesen Zeitpunkten stets im Garten versteckt waren.

Jugendliche wieder in Kinderdörfern untergebracht

Laut ersten Einvernehmungen zum damaligen Zeitpunkt sollen sie sich dort freiwillig aufgehalten haben. Dennoch muss sich der Mann, der österreichischer Staatsbürger ist, nun voraussichtlich wegen des Vergehens der Kindesentführung nach einer Anzeige durch die Staatsanwaltschaft vor Gericht verantworten, da er die Obsorgeberechtigten nicht verständigt hat und bei Kontrollen durch die zuständigen Behörden beziehungsweise Polizeibeamten die Kinder am Grundstück versteckt hatte.

Die Jugendlichen sind wohlauf, einer von ihnen wurde zurück ins Kinderdorf Pöttsching gebracht, der andere wohnt nun in einer Betreuungseinrichtung in Pinkafeld.

BVZ.at hatte über den Fall berichtet: