Erstellt am 30. Januar 2014, 12:00

Raubüberfall nach fünf Jahren geklärt. Ein 45-jähriger Ungar, der im Mai 2009 in das Einfamilienhaus einer 54-jährigen Frau in Bad Sauerbrunn (Bezirk Mattersburg) eingebrochen war konnte nun von Beamten des Landeskriminalamtes Burgenland festgenommen werden.

In diesem Zimmer wurde das Opfer gefesselt und konnte durch die Terrassentür, nachdem sie die Knebelung gelöst hatte, flüchten - siehe schwarzer Pfeil. Foto: Landespolizeidirektion Burgenland, Abdruck honorarfrei  |  NOEN, Landespolizeidirektion Burgenland, Abdruck honorarfrei
Der Täter war im November 2013 von einem Zeugen in Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) beim Öffnen eines unversperrten PKWs beobachtet und danach erkennungsdienstlich behandelt worden. Durch DNA-Spuren konnte ihm nun die Tat nachgewiesen werden. Er wurde in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert.

Hausbewohnerin überraschte den Täter durch unerwartete Rückkehr

Eine böse Überraschung erlebte die Bad Sauerbrunner Hausbesitzerin, als sie am Morgen des 15. Mai 2009 gegen 7.10 Uhr nach Hause kam.

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Sie hatte die Wohnung um 6.35 Uhr verlassen und wurde dabei von dem Täter bereits beobachtet. Nachdem er die Örtlichkeit ausgekundschaftet und sich überzeugt hatte, dass sich niemand im Haus aufhielt, drang er nach Einschlagen der Terrassentür in die Wohnung ein und durchsuchte die Räumlichkeiten. Nach etwa 30 Minuten kam die Frau jedoch unerwartet und daher für den Täter überraschend wieder nach Hause.

Einbruchsopfer wurde geschlagen, geknebelt, gefesselt

Das bemerkte der Einbrecher und flüchtete in den Hof. Als das Opfer den Mann erblickte, wollte es auf die Straße laufen; dabei wurde die Frau jedoch von dem Ungarn eingeholt, zu Boden gedrückt und in das Haus gezerrt.

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Der Täter schlug mehrmals auf die Frau ein (verletzte sie dabei am Kopf) und riss die Kabel der Lautsprecherboxen einer Stereoanlage heraus, womit er das Opfer an Händen und Füßen fesselte; danach durchsuchte er die Räume. Zwischenzeitlich kam er zum Opfer zurück und sah, dass sich die Knebel gelockert hatten; darauf schnürte er diese wieder fester.

Frau befreite sich, Erhebungen bis November 2013 ergebnislos

Der Einbrecher flüchtete schließlich mit Schmuck und Bargeld im Wert von 28.000 Euro. Die Verletzte konnte sich anschließend selbst befreien und in den nahen Kurpark schleppen, wo Zeugen Rettung und Polizei verständigten. Sie wurde mit einer Schädelprellung, Abschürfungen am ganzen Körper, Rissquetschwunden und zahlreichen Blutergüssen in ein Krankenhaus gebracht.

Obwohl intensive Erhebungen gepflogen und unter anderem auch DNA-Spuren in akribischer Kleinarbeit gesichert wurden, war der Täter zunächst wie vom Erdboden verschluckt – bis zum 6. November des Vorjahres.

In Parndorf erkannt, aber keine Festnahme möglich

An diesem Tag beobachtete ein Zeuge gegen Mittag in Parndorf einen Mann, der auf dem Parkplatz beim Bahnhof einen unversperrten PKW öffnete. Er verständigte die Polizei, die in wenigen Minuten am Tatort war und den Täter tatsächlich antraf.

Da ihm vorerst keine strafbare Handlung nachgewiesen werden konnte, wurde er laut Aussendung der LPD Burgenland "erkennungsdienstlich behandelt, was letztendlich zur Klärung des Verbrechens in Bad Sauerbrunn führte". Er musste jedoch auf freien Fuß gesetzt werden.

Spuren ausgewertet und Verdächtiger in Neufeld aufgegriffen

In den folgenden Wochen wurden auch diese Spuren ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, dass sie mit jenen, die in Bad Sauerbrunn gesichert wurden, ident waren sowie dem in Parndorf überprüften 45-jährigen Ungarn zugeordnet werden konnten. Nun wurde eine gezielte Fahndung nach dieser Person eingeleitet.

Der Durchbruch gelang dann am vergangenen Donnerstag: Fahnder des Landeskriminalamtes Burgenland (Abteilung zur Bekämpfung der Straßenkriminalität) führten eine verstärkte Streifentätigkeit zur Unterbindung von Dämmerungseinbrüchen durch und griffen dabei gegen 20.00 Uhr in Neufeld den 45-jährigen Verdächtigen auf.

Trotz eindeutiger Beweise durch DNA-Spuren verweigerte der in Ungarn bereits wegen mehrerer Gewaltdelikte vorbestrafte Täter jegliche Aussage zu Vorhaltungen des Raubes in Bad Sauerbrunn sowie weiteren Einbruchsdiebstählen jegliche Angaben.

Die Erhebungen sind noch nicht abgeschossen, weitere Befragungen zu mehreren Delikten sowie Auswertung des Spurenmaterials müssen noch geführt werden.