Erstellt am 18. Mai 2016, 05:04

von Peter Wagentristl

Rechtsstreit um Kaffeehaus. Zwischen den Gründerinnen des Kaffeehauses „Des Hirmer“ herrscht Eiszeit. Beide wollten die Gesellschaft übernehmen.

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Seit dem Start ihres Betriebes Anfang 2014 standen die Zeichen auf Sturm. Nachdem es zwischen den beiden Gründerinnen des „Dorfladens“, Olga Wallner und Isabella Suppan, bereits von Anfang an Uneinigkeiten gab, nimmt der Streit seither immer mehr an Fahrt auf. Jede der beiden versucht nun seit fast einem Jahr auf gerichtlichem Wege die gemeinsame Gesellschaft zu übernehmen.

Gründerinnen gehen getrennte Wege

„Bis vor einem Jahr konnten die persönlichen Uneinigkeiten noch hinten angestellt werden. Seither haben sich unsere Wege getrennt und ich führe den Betrieb nun alleine“, teilte die derzeit alleinige Geschäftsführerin Wallner gegenüber der BVZ mit. Seit Isabella Suppan als Geschäftsführerin freiwillig ihren Hut nahm, ist sie nur noch gleichberechtige Anteilseignerin der gemeinsamen „Olga und Isabella OG“. Pikantes Detail: Nach ihren Angaben ist Suppan seit Wochen aus ihrem Betrieb ausgesperrt, ihre Ex-Partnerin habe die Schlösser gewechselt.

Grund für den Krach dürften in erster Linie private Uneinigkeiten gewesen sein, etwa bezüglich des Gatten von Suppan gab es Streit zwischen den Hirmerinnen. Olga Wallner entließ Herrn Suppan ohne die Kenntnis ihrer Partnerin aus dem Betrieb. Dieser klagte daraufhin die „Olga und Isabella OG“ — und damit seine eigene Frau. „Stellen sie sich das einmal vor“, zürnt Frau Suppan. Vor Gericht einigte man sich dann bezüglich offener Gehaltszahlungen auf einen Vergleich in Höhe von 11.000 Euro.

„Frau Wallner hat beim Landesgericht einen Antrag auf Ausschluss eines Gesellschafters gestellt — rückwirkend ab 2015“, erklärt Isabella Suppan ihre Sicht auf die Dinge. Demnach könnte sie keine finanziellen Ansprüche aus dem Vorjahr geltend machen. „Dem werde ich bestimmt nicht zustimmen, sicherlich nicht rückwirkend.“

Einvernehmliche Lösung gescheitert

Die Schuld am Scheitern einer einvernehmlichen Auflösung der gemeinsamen Gesellschaft geben die beiden Streitparteien jeweils ihrem Gegenüber. Die offenen finanziellen Fragen dürften dabei der Knackpunkt gewesen sein.

Mit Verweis auf die rechtliche Lage wurde der Betrieb bisher auch nicht als möglicher Postpartner für Hirm bestätigt. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Wenn es nach Frau Wallner geht, soll das Café Abgabe- und Abholstelle für Pakete werden (die BVZ hat berichtet).