Erstellt am 07. März 2012, 00:00

Rinselkapelle: Grüne kritisieren Baumschnitt. „GEGEN NATURSCHUTZGESETZ“ / Sieber ärgert sich wegen Baumschlägerungen. Ortschefin Salamon spricht nur von Rückschnitt.

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VON RICHARD VOGLER

MATTERSBURG /  Die Ufervegetation eines Baches in Mattersburg wurde laut der Grünen Opfer rigoroser Schlägerungen. Anfang März wurde hinter der „Rinselkapelle“ ein Großteil der Uferbegleitvegetation entfernt.

„Die Rodungen widersprechen dem Naturschutzgesetz“, ärgert sich Gemeinderätin Sonja Sieber. „Die „Allgemeine Naturschutzverordnung“ sagt klar, dass das Beseitigen der standortgerechten, einheimischen Bachbegleit- und Ufervegetation verboten ist.“ Ausnahmen bestünden nur für Pflegemaßnahmen“, so Sieber weiter. Die Uferbereiche seien überlebenswichtige Oasen für Tiere geworden. Seitdem jedoch viele Biomasseanlagen gegründet worden seien, würden auch diese wichtigen Rückzugsbereiche intensiv genützt.

Biomasseanlagen haben  großen Holzbedarf

 

„Biogas- und Biomasseanlagen sind eindeutig ein Fortschritt im Bereich der Energiegewinnung,“ so Sieber. „Es wurde aber nicht bedacht, wie groß der Bedarf an Holz ist, um eine derartige Anlage rentabel zu betreiben. Deshalb wird nun alles verfügbare Holz, das der öffentlichen Hand gehört, verfeuert.“ Die Forderung der Grünen: Schlägerungen nur mehr unter Überwachung und nach Beratung von Naturschutzexperten und baldmögliche Nachpflanzung!

„Die Stadtgemeinde hat eine externe Firma beauftragt, die Bäume zu schneiden. Von einer Rodung kann hier nicht die Rede sein“, hält Mattersburgs SPÖ-Bürgermeisterin Ingrid Salamon dem entgegen. „Es war ein Rückschnitt, wie es in der Natur üblich ist, außerdem war bereits Gefahr in Verzug.“