Erstellt am 16. Januar 2013, 00:00

Ruf nach Beauftragten für Integration. Forderung der Grünen / Geht es nach Sonja Sieber, soll die Gemeinde halbtags einen Integrationsbeauftragten einstellen.

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Von Richard Vogler

MATTERSBURG / Im Dezember wurden in der Wienerstraße von einem Mattersburger in die Wohnsiedlung Schüsse abgegeben, zum Glück wurde niemand verletzt. Grün-Gemeinderätin Sonja Sieber nimmt den Vorfall in der Wienerstraße zum Anlass, den Vorschlag für einen Integrationsbeauftragten aufs Tablett zu bringen.

„Das Miteinander-Leben in unserer Gesellschaft wird immer schwieriger. Die Gemeinde sollte einen Integrationsbeauftragten, der halbtags angestellt ist, engagieren“, so Sieber, um weiter auszuführen: „Dieser sollte die Konflikte in der Bevölkerung auffangen, bevor sie eskalieren. Er soll als eine Art Supervisor auftreten und auch gemeinsame Unternehmungen anbieten.“

Wilma Fischer von der Frauenberatungsstelle „Die Tür“ hält den Vorschlag von Sieber „für eine sehr gute Idee. Dies sollte man umsetzen.“ Fischer initiierte einst das Projekt „Beratung für Migrantinnen“. Fischer hatte Pläne für das nächste Projekt in dieser Richtung: Eine Migrantenberatungsstelle für Männer und Frauen. „Dies ist jedoch an den finanziellen Mitteln gescheitert.“, so Fischer.

Im Mattersburger Gemeinderat gibt es einen Integrationsausschuss mit Vorsitzender SPÖ-Stadträtin Rafaela Strauß. „In der Wienerstraße sehe ich nicht wirklich ein Integrationsproblem. Dort gab es bereits Streetworker, die von keinen außergewöhnlichen Spannungen berichtet haben. Den Vorschlag von Sieber müsste man sich genauer anschauen. Im Jänner gibt es eine Sitzung mit dem Integrationsausschuss“, so Strauß, die zu einer Volksschule in Wiener Neustadt Kontakt aufgenommen hat. „Dort gibt es einen bei der Gemeinde angestellten Integrationsbeauftragter. Die Situation dort kann man mit jener in Mattersburg jedoch nicht vergleichen.“ SPÖ-Bürgermeisterin Ingrid Salamon entgegnet, dass „das Budget der Stadtgemeinde für 2013 schon beschlossen worden ist und somit keine finanziellen Mittel für eine Halbtagskraft drinnen sind. Man hätte vorher darüber sprechen müssen. Man müsste die ganze Sache ausdiskutieren – wie stellt man sich das vor, welche Ziele verfolgt man mit einem Integrationsbeauftragten.“

Sonja Sieber (Grüne): „Der Integrationsbeauftragte soll die Konflikte auffangen, bevor sie eskalieren.“