Erstellt am 22. August 2012, 00:00

Sagartz: „Postenschacher bei der Stadtgemeinde“. KRITIK AN SPÖ / Sagartz wettert gegen die Personalpolitik bei der Villa Martini. Ortschefin Salamon: „Alles ist korrekt abgelaufen.“

VON RICHARD VOGLER

MATTERSBURG / ÖVP-Bezirksparteiobmann Christian Sagartz ortet in der Bezirkshaupstadt einen „Postenschacher bei der Stadtgemeinde. Bürgermeisterin Ingrid Salamon besetzt manche Ämter nach dem Parteibuch oder dem Verwandtschaftsverhältnis.“ Sagartz nimmt vor allem die leitenden Funktionen des im Jahre 2006 eröffneten Altenwohn- und Pflegeheims „Villa Martini“ ins Visier.

„Eine der zwei Geschäftsführer ist eine enge Verwandte von Salamon, die Pflegedienstleiterin ist die Gattin des ehemaligen SPÖ-Vizebürgermeisters, der zum Zeitpunkt der Bestellung von ihr noch im Amt war.“ Auch die Art und Weise, wie der Posten des Bauhofleiters und der Posten der Volksschuldirektorin vergeben wurde, daran stößt er sich. „Günter Dorner ist jetzt im Gemeinderat, er war bereits damals ein SPÖ-Funktionär. Rafaela Strauß wurde zwar vom Land bestellt. Salamon hat sie jedoch so favorisiert und unterstützt, dass sich gleich kein anderer für dieses Amt beworben hat.“ Sagartz will „die Qualifikation der genannten Personen pauschal nicht in Frage stellen, aber die Personalpolitik der SPÖ-Stadtführung kann man als roten Faden sehen.“

„Lehner bereits vor meinem  Amtsantritt beschäftigt“

Die Reaktion von Salamon? „Alles ist korrekt abgelaufen. Man kann genau nachvollziehen, wer bei meinem Amtsantritt 1999 bei der Gemeinde beschäftigt war und wer nicht. Ingrid Lehner etwa (Anm.: Geschäftsführerin der Villa Martini) wurde bereits 1996 bei der Gemeinde, damals unter ÖVP-Bürgermeister Josef Resch, beschäftigt.“ Zum Thema Bauhofleiter hält die Ortschefin fest, dass „es eine Ausschreibung gab und das Prozedere ganz korrekt abgelaufen ist. Er wurde 2009 einstimmig - also auch mit den Stimmen der anderen Fraktionen – zum Bauhofleiter bestellt. Auch bei der Volksschuldirektorin gab es von Seiten des Landes wie immer ein Hearing und den gewohnten Ablauf.“ Ingrid Salamon ortet den Grund für die Sagartz-Kritik in den Wahlen. „Das ist nur Wahlkampfgetöse. Kein Wunder, dass so etwas in diesem Jahr kommt. Diese Wahlauseinandersetzung von seiner Seite ist auf sehr tiefem Niveau.“