Erstellt am 25. März 2015, 10:53

von Christopher Ivanschitz

Sperre der Grenze ab dem 31. März. Nachdem der offizielle Bescheid der BH am Freitag eingelangt ist, wird die Grenze temporär gesperrt.

Thomas Hoffmann, Ulrike Budka, Johann Lotter, Christian Illedits, Erhard Aminger und Rudolf Ivancsits bei der Pressekonferenz im Gemeindeamt Schattendorf.  |  NOEN, Christopher Ivanschitz

Im November 2010 wurde ein Verbindungsweg zwischen der Marktgemeinde Schattendorf und dem ungarischen Agendorf errichtet, um die nachbarschaftlichen, grenzüberschreitenden Beziehungen zu pflegen (die BVZ berichtete mehrfach). Die sozialen und gesellschaftlichen Zwecke des Projektes rückten jedoch schon bald in den Hintergrund, viel mehr wurde dieser Weg von Pendlern als Transitstraße benützt.



„Während 2010 lediglich 365 Fahrzeuge die Strecke verwendeten, sind es heute rund 2300. Der Güterweg, welcher in eine Gemeindestraße mündet, ist für diese Belastung nicht ausgelegt. Das Projekt wird durch die Sperre keineswegs beeinträchtigt.“, so SPÖ-Klubobmann Christian Illedits.

Schulterschluss hat funktioniert

Am vergangenen Freitag ist die ersehnte Verordnung der Bezirkshauptmannschaft eingetroffen und diese wird mit 31. März in Kraft treten – Montag bis Freitag, von 5 Uhr bis 8 Uhr und von 16 Uhr bis 19 Uhr wird diese temporäre Sperre von der Grenze entlang des Friedhofes dann geltend gemacht. „Nun werden die Bürger in Schattendorf, den Nachbargemeinden und auch in Agendorf darüber informiert. Ende des Monats werden schließlich die Verbotstafeln aufgestellt“, erklärte Schattendorfs Bürgermeister Johann Lotter.

Neben den Gemeinden Schattendorf, Baumgarten, Draßburg und Loipersbach wurden auch in Agendorf die Straßen und die Lebensqualität von dieser Pendlersituation in Mitleidenschaft gezogen. Die Ungarn verlangten zwar eine Ausnahme für Anrainer, dieser konnte jedoch nicht zugestimmt werden: „Dieses Verbot muss für alle Bürger der Region gelten, auch für die Agendorfer und uns Schattendorfer“, stellte Ortschef Lotter klar. Natürlich werden demnächst auch Gespräche mit der örtlichen Polizei geführt, die diese Straße künftig genauer unter die Lupe nehmen soll.

Wie die BVZ berichtete, haben sich der Wulkaprodersdorfer Bürgermeister Fritz Zarits, Zagersdorfs Vizebürgermeister Christoph Zarits und Antaus Bürgermeister Adalbert Endl, allesamt ÖVP, unisono zu den Überlegungen geäußert. Demzufolge erkennen die zuvor genannten ÖVP-Politiker eine Verlagerung bzw. ein Abwälzen des Verkehrsproblems.

"Straße nicht für dieses Verkehrsaufkommen geeignet"

Schattendorfs SPÖ-Obmann Thomas Hoffmann ortete hingegen im Engagement von Zarits und Co. wahlkampfbedingte „ÖVP-Schmäh-Paraden“: „Ein aktuelles Gutachten bestätigt eindeutig, dass diese Straße baulich nicht für dieses Verkehrsaufkommen geeignet ist. Dieser Verkehr gehört auf das höherrangige Straßennetz verlagert. Schattendorf-Agendorf war nie als Transit-Ausweichstrecke für andere Regionen gedacht“, stellte Vizebürgermeister Thomas Hoffmann dem entgegen. Wulkaprodersdorfs Ortschef Fritz Zarits wollte dies wiederum nicht auf ihm sitzen lassen und äußerte weitere Kritik: „Im Gegensatz zu Hoffmann, der auch Kandidat für die EU-Wahl war, stehe ich auf keiner Kandidatenliste für die Landtagswahl“, konterte dieser scharf.

Von Seiten der Mattersburger ÖVP bekam man da allerdings mehr Zustimmung. Bezirksparteiobmann Christian Sagartz erinnerte sogar daran, dass der ursprüngliche Antrag von der Schattendorfer ÖVP-Fraktion eingebracht wurde: „Wir freuen uns für die Betroffenen. Die ÖVP Schattendorf hat in ihrem ursprünglichen Antrag ein Fahrverbot am Vormittag und Nachmittag angeregt. Die SPÖ-Mehrheit hat hingegen ein Fahrverbot für den Vormittag beantragt. Dass die Straße nun doch am Vormittag und Nachmittag gesperrt wird, zeigt, dass schließlich die Logik über parteipolitische Spielchen gesiegt hat“, fügte Sagartz abschließend hinzu.