Erstellt am 15. April 2015, 06:45

von Christopher Ivanschitz

Pfarrer beklagen nun Fahrverbot bei Grenze. Nachdem das Fahrverbot in Kraft getreten ist, gibt es bereits Proteste - eine Unterschriftenaktion wurde ebenfalls initiiert.

Mit der temporären Sperre will Schattendorf dem steigenden Pendlerverkehr Einhalt gebieten. In Wulkaprodersdorf, Antau und auch Zagersdorf wird diese hingegen Spuren hinterlassen.  |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Nachdem der Schulterschluss über die temporäre Grenzsperre funktioniert hat und die Verordnung der Bezirkshauptmannschaft mit 31. März in Kraft getreten ist, meldeten sich nun einige Betroffene zu Wort.

Vor allem die evangelischen Pfarrer der Gemeinden Agendorf und Loipersbach setzen sich für die benachteiligten Pendler ein und kritisieren diese Entscheidung. Agendorfs Geistlicher Michael Heinrichs verfasste zudem über Facebook zwei offene Briefe, an SPÖ und ÖVP, und bezog zu diesem Thema Stellung: „Ich verstehe natürlich, dass die hohe Verkehrsbelastung ein Problem ist, allerdings hätte ich mir eine einvernehmliche, konstruktive Lösung dafür gewünscht. So sind die Arbeiter auf unsere Seite schwer benachteiligt“, beklagt Heinrichs diese Entscheidung.

Auch sein Loipersbacher Kollege Jakob Kruse schloss sich dieser Meinung an und fügt hinzu: „Wir brauchen die offenen Grenzen und müssen miteinander klarkommen. Als der Vertrag über den Straßenbau unterzeichnet wurde, war jedem klar, dass der Verkehr zunehmen wird.“ Bislang ist es nicht gelungen, ein für alle Ortschaften befriedigendes Verkehrskonzept zu schaffen und genau das sei der Grund für die große Enttäuschung der beiden Pfarrer.

"Wenn das so weitergeht, müssen wir bald zusperren"

Auch von Seiten der Bürger häufen sich die Proteste, vor allem die Gewerbetreibenden haben mit der Grenzsperre zu kämpfen und somit initiierte man in Schattendorf eine Unterschriftenaktion. „Bereits am zweiten Tag nach der Sperre ging der Umsatz bei uns um die Hälfte zurück. Wenn das so weitergeht, müssen wir bald zusperren“, so Bettina Trimmel von der Tankstelle in Schattendorf. Letzten Mittwoch endete die Aktion In den Gemeinden Loipersbach, Agendorf und Schattendorf wurden über 800 Unterschriften gesammelt. Diese Liste will man nun der BH und dem Land vorlegen, in der Hoffnung, dass bald ein zufriedenstellenderes Konzept erarbeitet wird.

Schattendorfs Vize Thomas Hoffmann ärgerte sich über die Vorgangsweise: „Einen Brief auf Facebook zu teilen, ist meiner Meinung nach nicht die feine Art. 2012 wurde in Schattendorf eine Umfrage gemacht, wobei 95 Prozent eine Sperre befürwortet haben. Dies machen wir nicht aus reiner Willkür, sondern zur Sicherheit der Bevölkerung.“ Auch ÖVP-Bezirkschef Christian Sagartz hält das Fahrverbot für sinnvoll und verwies auf Bezirks-Parteisprecher Michael Ulrich, der wie folgt Stellung nahm: „Die SPÖ hat den Fehler von damals eingesehen und dazugelernt. Die Straßen sind nicht für dieses Verkehrsaufkommen ausgelegt.“