Erstellt am 29. Juli 2015, 07:50

von Michael Kremser

Schüler glauben an Schuld. Die BVZ sprach mit Schülern über den beschuldigten Pädagogen – die Vorwürfe sind erschütternd.

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Nach den vor Kurzem bekannt gewordenen Anschuldigungen gegen einen Lehrer am Mattersburger Gymnasium – er soll sexuellen Kontakt zu Schülern gehabt haben – meldeten sich nun Schüler und Lehrer zu Wort und äußern sich zu den angeblich sexuellen Handlungen zwischen dem beschuldigten Lehrer und einem Schüler. Für die Schüler steht es bereits fest, dass der Pädagoge nicht unschuldig ist.

Die Polizei und der Landesschulrat prüfen die Anschuldigungen jedoch noch – für den Pädagogen gilt die Unschuldsvermutung.

„Aktuell besteht von Seiten des Landesschulrates kein Handlungsbedarf, da in den Ferien, sollten sich die Vorwürfe tatsächlich als wahr herausstellen, ohnehin keine Gefahr im Verzug besteht“, berichtet der amtsführende Landesschulratspräsident Heinz Josef Zitz, und führt weiter aus:

„Die Polizei ist aktuell noch mit den Ermittlungen beschäftigt, wir wissen selbst nicht über den Stand der Dinge Bescheid, da der Vorfall direkt bei der Exekutive angezeigt wurde, und nicht über das Büro des Landesschulrates bekannt wurde.“

Schüler war bereits volljährig

Mittlerweile wurden aber auch schon mehr Details in der Causa bekannt – so sollen laut Absolventen der Schule diese mehrfach privat eingeladen worden sein und auch eindeutige Nachrichten erhalten haben. Bei dem aktuellen Fall war die betreffende Person zudem bereits volljährig und stand in keinem direkten Unterrichtsverhältnis zum beschuldigten Lehrer – zu klären gilt allerdings, ob dieser sein Autoritätsverhältnis als Pädagoge eventuell missbrauchte. Die Verlängerung des Dienstverhältnisses mit dem betroffenen Gymnasialprofessors – es handelt sich dabei um ein Befristetes – liegt allenfalls laut Zitz derzeit auf Eis. „Wir müssen das Ergebnis der Ermittlungen abwarten, diese können bedingt durch die Ferien natürlich penibelst geführt werden und werden sicherlich bis Schulbeginn abgeschlossen sein – sollten die Anschuldigungen wahr sein, steht eine Verlängerung natürlich außer Frage“, versichert Zitz.

Schüler zeigen sich auf jeden Fall erschüttert

„Auch wenn unser Lehrer immer ein Freund und ein netter Mensch war, ist es aber unserer Meinung trotzdem nicht verantwortbar, ihn nach solchen Vorfällen noch unterrichten zu lassen“, so einige Schüler der Schule unisono.

Eine weitere Schülerin möchte jedoch ihren Lehrer ein wenig verteidigen: „Die Dinge, die passiert sind, sind eindeutig nicht verzeihbar und er sollte dafür seine gerechte Strafe bekommen. Jedoch finde ich es nicht fair, dass manche Medien einfach Dinge hinein interpretieren, die nicht stimmen und mit Titeln die Leute anziehen, die nie passiert sind“, so eine ehemalige Schülerin.

„Ich hoffe für meinen Kollegen, dass die Anschuldigungen nicht stimmen"

Auch ein Arbeitskollege des betroffenen Pädagogen äußerte sich zu den angeblichen Vorfällen: „Ich hoffe für meinen Kollegen, dass die Anschuldigungen nicht stimmen, denn er ist ein sehr guter Lehrer. Sollte an dem Fall jedoch etwas dran sein, dann sollte unser Kollege auch eine gerechte Strafe dafür bekommen und sein Dienstverhältnis sollte aufgelöst werden. Es ist unentschuldbar, wenn die Vorwürfe der Wahrheit entsprechen, und man sollte ihn dann nicht mehr unter Kinder lassen.“ Die Polizei wollte zu den aktuellen Ermittlungen keine Stellungnahme abgeben.