Erstellt am 11. Juli 2012, 00:00

Sensationelle Funde im Herzen des Wulkatals. AUSGRABUNGEN / In Antau wurden Reste einer 5.000 Jahre alten Siedlung freigelegt. Die Zeitreise geht in die Jungsteinzeit zurück.

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VON MARTIN PLATTENSTEINER

ANTAU / Bevor die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) mit der Errichtung eines dritten Wohnblocks am Rupa-Weg beginnen wollte, mussten zuerst noch die Auflagen des Bundesdenkmalamts erfüllt werden.

Teile einer 5.000 Jahre alten  Siedlung wurden freigelegt

„Wir hatten eine Ahnung, dass auf diesem Gelände eine jungsteinzeitliche Siedlung liegen könnte“, erklärt der Grabungsleiter des Burgenländischen Landesmuseums. Mit seinem Team machte er sich vor rund drei Wochen nach Antau auf, um im Herzen des Wulkatals zu buddeln.

Die aktuellen Funde sind sensationell. Am Rupa-Weg (Rupa ist kroatisch und heißt übersetzt Loch) wurden die Reste einer rund 5.000 Jahre alten Siedlung aus der Jungsteinzeit freigelegt. „Anhand der Reste einer Feuerstelle kann man rückschließen, dass die Leute, damals sesshaft wurden“, erklärt Fiebig. Sein Team hat weiters Scherben von Tongefäßen freigelegt.

In dieser Woche wurden die Arbeiten abgeschlossen. Die Fundstücke werden archiviert und im Landesmuseum aufbewahrt. „Bei der Suche nach einem geeigneten Wohnort hat sich in den Jahrtausenden nicht viel verändert“, zieht Fiebig Vergleiche mit den heutigen, modernen Wohnbedürfnissen. „In der Nähe eines Baches, fruchtbarer Boden und vor Hochwassern geschützt“, umreißt Fiebig.

In den vergangenen Wochen wurden die Grabungen so gut wie möglich geheim gehalten. Die Polizei kontrollierte das Areal genauer, um vor Dieben gewappnet zu sein.

Ortschef Adalbert Endl zeigt sich über die Funde begeistert. „Jetzt kann die Gschichte Antaus wieder um ein großes Stück aufgearbeitet werden. Das ist hochinteressant“, so der Bürgermeister. Ob und wann weitergegraben wird oder was mit den Fundstücken später geschehen soll, steht noch in den Sternen. „Die Siedlung erstreckt sich noch viel weiter in südlicher Richtung“, vermutet Kurt Fiebig.

Siedlung. Grabungsleiter Kurt Fiebig (r.) Ortschef Adalbert Endl (2.v.l.) mit Tochter Jessica (l.) zeigen gemeinsam mit dem Team vom Landesmuseum auf eine freigelegte Feuerstelle am Rupa-Weg.