Erstellt am 30. März 2016, 05:14

von Elisabeth Kirchmeir

Serie geklärt: 14 Monate für Jugendbande. 65 Straftaten begingen sieben junge Männer aus Ungarn im Bezirk Mattersburg und in Wiener Neustadt.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Mit sogenannten„Autokontrollen“ hatte es begonnen: Die sieben jungen Straftäter aus Ungarn testeten in wechselnder Zusammensetzung bei geparkten Autos, ob sich diese öffnen ließen. Gab der Türgriff nach, so stahlen die Täter alles, was ihnen nützlich erschien – vom Bargeld bis zur Sonnenbrille.

Vorige Woche standen sechs der sieben Bandenmitglieder im Alter von 16 bis 22 Jahren in Eisenstadt vor Gericht – einer von ihnen war unentschuldigt nicht erschienen.

Vereinskantinen, Gastrobetriebe, Geschäftslokale als Ziele

Die Straftäter, teils vorbestraft, hatten sich in einem ungarischen Jugendheim kennengelernt. Mit den Straftaten in Österreich wollten sie sich ihr Leben verbessern. 65 Einbruchsfakten wurden ihnen zur Last gelegt, je zur Hälfte begangen im Bezirk Mattersburg und in Wr. Neustadt. Der Gesamtschaden liegt über 10.000 Euro.

In Mattersburg, Rohrbach, Loipersbach, Bad Sauerbrunn, Neudörfl und Wr. Neustadt brachen die Bandenmitglieder von April bis Dezember 2015 in Vereinskantinen, Gastronomiebetriebe und Geschäftslokale ein. Sie stahlen Fahrräder und Mopeds, unternahmen mit Autos, deren Zündschlüssel sie zufällig im Wageninneren gefunden hatten, Spritztouren und verursachten dabei den einen oder anderen Sachschaden.

Während des Kirtages in Loipersbach Anfang September 2015 brach die Bande ins Freibad und in ein Gasthaus ein und stahl aus dem Anhänger eines Schaustellers Bargeld und Süßigkeiten.

In Wr. Neustadt brannten die Ungarn in die Plane eines Gemüsestandes ein Loch, um sich Zutritt zum Inneren zu verschaffen. Teils wurden die Straftäter auf frischer Tat ertappt, teils führten DNA-Treffer von den Tatorten zu ihrer Ausforschung. Verurteilt wurden sie vorige Woche je nach Tatbeteiligung und Bescholtenheit zu Haftstrafen zwischen neun Monaten bedingt und 14 Monaten unbedingt. Das Urteil ist rechtskräftig.