Erstellt am 18. Mai 2011, 15:19

Sexueller Missbrauch: Frau wurde verurteilt. ENTGLEIST / 31-jährige Frau war Zehnjährigem bei der Selbstbefriedigung behilflich. Urteil: eineinhalb Jahre bedingte Haft.

BEZIRK MATTERSBURG / Wegen sexuellen Missbrauchs eines Unmündigen musste sich eine 31-jährige Frau vorige Woche vor Richter Dr. Wolfgang Rauter verantworten. Sie hatte sich am 9. Februar 2011 in einer Wohnung im Bezirk Mattersburg dazu hinreißen lassen, einem zehnjährigen Buben bei der Selbstbefriedigung behilflich zu sein.

„Sie war damals kurz bei mir gemeldet“, erklärte der Vater des Buben. „Mein Sohn hat ein wildes Vorleben. Seine Mutter war häufig alkoholisiert, hatte dauernd andere Männer.“ Die Initiative zu dem Vorfall am 9. Februar sei von seinem Sohn ausgegangen. „Aber das rechtfertigt nichts!“, ärgerte sich der Vater.

Der Zehnjährige soll die erwachsene Frau zum Beischlaf aufgefordert haben. Angeblich gestattete sie dem Kind, ihre Brüste zu betasten, und berührte seinen Penis.

Täterin stellte sich selbst  aus Angst vor Anzeige

Die 31-Jährige war selbst zur Polizei gegangen, als ihr Unterkunftgeber sie vor die Tür gesetzt hatte. „Ich hatte Angst, dass er mich anzeigen würde!“, so die Frau.

Im Gerichtssaal kam es zu turbulenten Szenen zwischen der Mutter der Angeklagten und der Familie des Vaters des Zehnjährigen. Dr. Rauter drohte Ordnungsstrafen an, wenn es zu Schreiereien im Gerichtssaal käme, während sich die Schöffen zur Beratung zurückzogen.

Die Frau wurde zu eineinhalb Jahren Haft bedingt verurteilt. „Was Sie getan haben, ist indiskutabel“, verwies der Richter auf das Schutzbedürfnis von Kindern. „Eine erwachsene Frau muss wissen, was sie tun darf und was nicht.“ Die 31-Jährige nahm das Urteil an.