Erstellt am 27. März 2013, 00:00

Sieben Jahre Haft für Bad Sauerbrunner. Berufung / Das Urteil gegen den wegen Waffenschmuggels inhaftierten Burgenländer ist nicht rechtskräftig. Mutter: „Er legt Berufung ein.“

BAD SAUERBRUNN/KAIRO / Der 33-jährige Bad Sauerbrunner Hannes Führinger wurde am Montag in Kairo zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der Burgenländer befand sich bereits seit Ende 2011 wegen des Verdachts auf Waffenschmuggel in Untersuchungshaft in der ägyptischen Hauptstadt. Der Prozess wurde bislang mehrfach verschoben.

Laut seiner Mutter Marlies Führinger ist der Bad Sauerbrunner nach Bekanntgabe des Urteils fassungslos. „Er wurde nicht wegen Waffenschmuggels sondern wegen Einfuhr von Waffen verurteilt“, erklärt die Mutter des Inhaftierten.

Das Außenministerium hat Montagnachmittag das Urteil für den 33-jährigen Burgenländer bestätigt. Auf Anfrage der APA (Austria Presse Agentur) hieß es, dass das Urteil noch nicht rechtskräftig sei. Innerhalb einer Frist von 40 Tagen kann nun Berufung eingelegt werden. „Natürlich wird er in Berufung gehen“, bestätigt die Mutter von Hannes Führinger, die laut eigener Aussage mit ihren Nerven am Ende ist.

Ob eine Auslieferung nach Österreich möglich ist, steht noch nicht fest. Dies kann erst nach dem Ende des Verfahrens, sobald das Urteil rechtskräftig ist, in Erfahrung gebracht werden. Der Prozess gegen Hannes Führinger war insgesamt zehn Mal vertagt worden, bei der elften Verhandlung am Montag fiel schließlich das Urteil.

Weiters verurteilt wurden ein deutscher Kollege des 33-jährigen Burgenländers sowie zwei Ägypter. Der Deutsche und ein Ägypter wurden zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der zweite Ägypter erhielt ebenfalls sieben Jahre. Eine Geldstrafe in der Höhe von rund 3.500 Euro soll unter den vier Angeklagten aufgeteilt werden.

Hannes Führinger war im November 2011 wegen eines Auftrages zur Bewachung eines Schiffstransports nach Kairo gereist und hatte vier deklarierte Gewehre sowie 200 Schuss Munition im Gepäck.

Seine Mutter machte sich bereits im vergangenen Jahr große Sorgen, weil der Gesundheitszustand ihres Sohnes während seiner Inhaftierung bedrohliche Ausmaße angenommen hatte: „Es geht im wirklich schlecht. In der 40 Grad heißen Zelle, in der er mit 100 anderen Häftlingen sitzt, wird nur an einer halben Stunde pro Tag Trinkwasser ausgegeben. Er leidet auch an akuter Mangelernährung“.