Erstellt am 17. November 2010, 00:00

Sigleß: Bauern-Protest. UNTERSCHRIFTEN GESAMMELT / 20 Bauern wollen keinen langen Umweg in Kauf nehmen. Die Gemeinde reagierte bis jetzt nicht.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

VON HELGA OSTERMAYER

SIGLESS / Die etwa 180 Meter lange Brunnäckerstraße in Sigleß war eine wichtige Verbindungsstraße für die Landwirte, die mit ihren Traktoren von der Ortschaft auf die Äcker fahren wollen. Bis vor eineinhalb Jahren war diese Straße, in der drei Wohnhäuser stehen, nur geschottert, dann kam eine Asphaltdecke drauf und die Straße wurde zur verkehrsberuhigten Wohnstraße umgewidmet. Da eine Wohnstraße nur Anrainer und deren Besucher befahren dürfen, war den Bauern somit der Weg zu ihren Feldern versperrt. Sie müssen seither einen Umweg von rund eineinhalb Kilometern in Kauf nehmen. Nach langem Warten proben nun die Bauern den Aufstand und haben Unterschriften für die Aufhebung der Wohnstraße gesammelt. „Die Straße kann ruhig eine verkehrsberuhigte Straße bleiben. Nur die Wohnstraße soll wieder aufgehoben werden“, fordern die Bauern Michael Glauber senior und junior. „Wir haben 20 Unterschriften von Sigleßer Bauern gesammelt, dass dieser Weg wieder für die Durchfahrt freigegeben wird.“

Unterschriftenliste wurde  am 21. Juni eingereicht

„Ich wohne auf der Hauptstraße. Wenn ich mit meinem Traktor bei meiner hinteren Hofausfahrt hinausfahre, um auf die Äcker zu kommen, dann muss ich diesen langen Umweg fahren. So wie mir geht es allen anderen Bauern auch“, ärgert sich Glauber senior. Er hat die Unterschriftenliste am 21. Juni zur Gemeinde gebracht. „Der Bürgermeister hat uns zwar gesagt, dass was unternommen wird, doch geschehen ist bis jetzt nichts“, so Glauber.

Bürgermeister Alfred Krenn war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Vizebürgermeister Josef Kutrowatz wusste von einer Unterschriftenliste nichts. Dass es diese gibt, bestätigt ÖVP-Gemeinderat Jürgen Monsberger: „Uns ärgert, dass diese Liste geheim gehalten wird und dass wir davon über Umwege erfahren. Man mag dazu stehen wie man will, die Anliegen der Bürger müssen ernst genommen werden“, so ÖVP-Gemeinderat Jürgen Monsberger.