Erstellt am 06. Mai 2015, 11:22

von Martin Plattensteiner

Hirm: Schüsse auf Tiere. Am 10. April wurde der Vierbeiner von Elisabeth und Günther Groiss schwer verletzt aufgefunden. Am 1. Mai wurde in der Nähe der Villagasse ein Rehbock geschossen.

Aufpäppeln. Elisabeth Groiss muss sich jetzt intensiv um Kater Felix kümmern. Er erlitt einen Trümmerbruch der Hüfte und einen Lungenriss.  |  NOEN, zVg

Zwei Vorfälle rund um die Villagasse sorgen zurzeit für Aufregung. Ob und wie die beiden (Schrot)schuss-Aktionen zusammenhängen, ist bisweilen ungeklärt.

Fall eins: Schussattacke auf Kater Felix

Am Freitag, 10. April, gegen 18.30 Uhr hörten Kinder aus der Nachbarschaft von Elisabeth und Günther Groiss das Klagen einer Katze. „Sie haben unseren schwer verletzten Kater Felix in eine Jacke gewickelt und zu uns gebracht“, erzählt Elisabeth Groiss, sichtlich noch immer entsetzt.

In der Tierambulanz in Mattersburg stellte man fest, dass der sechsjährige Vierbeiner von sieben Schrotkugeln getroffen worden war. Keine der Kugeln kann entfernt werden. „Angeblich ist unser Felix so stark, dass er lernen wird, damit umzugehen“, merkt Elisabeth Groiss an. An der Hüfte – also bei den Hinterbeinen – erlitt Felix einen Trümmerbruch, zudem war auch noch die Lunge gerissen.

Die Groiss-Familie päppelt ihren Liebling nun wieder auf. „Er muss noch fünf Wochen in einem Käfig bleiben und kann kaum gehen. Aber er ist ein Kämpfer“, erzählt Günther Groiss, der rund 350 Euro in die Operation des Katers stecken musste. Der Leihkäfig sowie die Medikamente verschlingen einen weiteren Batzen Geld.

Nach der Schuss-Attacke erstattete Familie Groiss Anzeige bei der Polizei. „Es wurde eine Fahndung gegen ‚unbekannt‘ ausgegeben“, bestätigt Wolfgang Bachkönig, Pressesprecher der Landespolizeidirektion in Eisenstadt.

Fall zwei: Rehbock von Jägern erlegt

Hellhörig und aus der idyllischen Ruhe gerissen wurden die Groiss‘ am Freitag, 1. Mai, in den Abendstunden. „Ich hörte einen lauten Schuss und sah wie zirka 20 Meter auf der gegenüberliegenden Seite, auf einem Acker, ein Rehbock erlegt wurde“, erinnert sich Elisabeth Groiss. Sofort stürmte sie über die Straße und rief, sie würde die Polizei verständigen. „Ich habe zwar niemanden persönlich erkannt, konnte aber sehen, wie das erlegte Tier zu einem Auto geschafft wurde.“ Ihrer Aussage nach verständigte ein Jäger (Name nicht bekannt) darauf in Eigenregie die Polizei. „Das hat uns der Beamte dann auch gesagt“, erklärt Günther Groiss.

Seitens des zuständigen Polizeipostens in Zemendorf handelt es sich hier um die Übertretung eines Verwaltungsgesetzes. Nähere Auskünfte wurden der BVZ nicht erteilt, bei der Landespolizeidirektion wusste man von diesem Vorfall noch gar nichts. Hilfe versprechen sich Elisabeth und Günther Groiss nun von Ortschefin Inge Posch-Gruska. „Das stimmt, ich werde mit der Jagdgesellschaft das Gespräch suchen“, so die Bürgermeisterin.

Jagdleiter (und auch SPÖ-Vize) Ernst Mörz beruft sich darauf, dass die – laut Jagdgesetz vorgeschriebene – Schusszone von 100 Metern eingehalten wird. Am 10. April habe kein Hirmer Jäger geschossen. „Sonst will ich mich dazu nicht äußern“, so Mörz weiter.