Erstellt am 20. August 2014, 10:19

Bei Höhlenrettung dabei. Der jetzt in Sieggraben wohnende Militärarzt Dr. Stefan Schachner war als Notarzt im Rettungshubschrauber mit dabei.

Gerettet. Der Militärarzt Dr. Stefan Schachner (r.) aus Sieggraben war an der Rettung des Höhlenforschers im Tennengebirge beteiligt.  |  NOEN, zVg

Der Sieggrabener Militärarzt (bis Ende Juli wohnte er noch in Draßburg) Dr. Stefan Schachner, war bei der Rettung des verletzten polnischen Höhlenforschers mit dabei. Er erzählt: „Wir wurden am Freitag Nachmittag um 14 Uhr durch den diensthabenden Offizier der Luftstreitkräfte in Kenntnis gesetzt, dass wir einen Rettungseinsatz für die kommende Nacht im Tennengebirge vorbereiten sollen“, so der Mediziner.

Bergetrage passte nicht in Hubschrauber

„Es handelte sich um den verletzten polnischen Höhlenforscher, welcher bereits seit 36 Stunden aus der Jack Daniel’s Höhle im Tennengebirge aus einer Tiefe von 250 Metern geborgen wurde, dessen Verletzungen uns zu diesen Zeitpunkt aber noch nicht bekannt waren“, fährt er fort.

Die Landung mit dem gebirgstauglichen Militärhubschrauber gelang wegen des starken Nebels erst nach dem vierten Versuch. „Unser Vorteil gegenüber den üblichen Rettungshubschraubern, welche in der Nacht keine Außenlandungen durchführen können, sind die NVG’s – Night-Vision-Goggles – am Helm befestigte Nachtsichtgeräte“, geht der Arzt ins Detail. 40 Minuten nach der Landung gelang es der Höhlenrettung, den verletzten polnischen Höhlenforscher an die Oberfläche zu bringen.

„Da die Bergetrage aus der Höhle nicht in den Hubschrauber passte, mussten wir den Patienten noch vor der Maschine auf unsere Vakuummatratze sowie die Bergetrage umlagern. Es blieb uns mit dem Abflug nicht viel Zeit, da wir gerade wieder ein Nebelloch über uns hatten und so rasch wie möglich den Patienten ins Landeskrankenhaus Salzburg transportieren wollten“, sagt Schachner.

„Patient war in stabilen Zustand"

„Der Flug dauerte nur 17 Minuten und im Krankenhaus wurden wir bereits von der Schockraum-Crew erwartet. Der Patient war, den Umständen entsprechend, in einem stabilen Zustand. Nach der Übergabe waren wir alle heil froh, dass diese Aktion so gut gelaufen ist“, freut sich Dr. Schachner.

Dr. Stefan Schachner ist hauptberuflicher Militärarzt, Arzt für Allgemeinmedizin, Notarzt und Chirurg in Ausbildung am Landesklinikum Wiener Neustadt. Der Mediziner nahm an zahlreichen Auslandseinsätzen in Syrien, Libanon oder Bosnien teil. Sein nächster Einsatz wird ihn im Februar 2015 nach Mali führen.

Neben seiner Ausbildung zum Allgemeinchirurgen im Krankenhaus Wiener Neustadt absolviert er regelmäßig seine Notarztdienste beim Österreichischen Bundesheer in Aigen im Ennstal in der Steiermark. Dr. Stefan Schachner ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

Hintergrund

Der polnische Forscher Marek G. (27) war in der Nacht auf Donnerstag gegen zwei Uhr in der Früh in der Jack Daniel’s Höhle im Salzburger Tennengau acht Meter abgestürzt. Aufgrund der Verletzungen – Oberschenkelbruch, Rippenbrüche, Gehirnerschütterung – gestaltete sich die Rettung schwierig. Meter für Meter mussten sich die Höhlenretter vom Unglücksort bis zum Ausgang der Schachthöhle empor arbeiten. Für die ersten 100 Meter brauchten die Einsatzkräfte 14 Stunden, am Samstag erfolgte die Rettung.