Erstellt am 23. Dezember 2015, 08:34

von Melanie Windbüchler

Streit um Wohnungen. Keine Einigung / Bei der letzten Gemeinderatssitzung wurden Verträge für leer stehende Wohnungen beschlossen. Pro Neudörfl warf Bürgermeister Posch „Freunderlwirtschaft“ vor.

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Durch einen Todesfall und einen Auszug standen in Neudörfl zwei Wohnungen zum Verkauf. Die Wohnungen befinden sich im Besitz der Marktgemeinde Neudörfl, darum musste bei der letzten Gemeinderatssitzung vergangene Woche die Übergabe an neue Käufer beschlossen werden. Dabei gab es jedoch Uneinigkeiten. „Wir diskutierten das Thema bereits bei der Gemeindevorstandssitzung und ich war der Meinung, wir wären zu keiner Einigung gekommen.

Nun war ich doch überrascht, dass es bei der Gemeinderatssitzung zum Beschluss stand“, so der Pro Neudörfl-Gemeindevorstand Robert Meixner. Seiner Meinung nach werden die Wohnungen zu billig (rund 30.000 Euro/Wohnung) verkauft. „Im freien Handel wären die Wohnungen einiges mehr wert. Wir verschleudern Kapital und fügen der Gemeinde einen Schaden zu“, spricht der Neudörfler. Außerdem kritisiert er die Vorgangsweise der Weitergabe: „Die Unterkünfte sollten nicht heimlich an Angehörige der Gemeinde weitergegeben, sondern auch für andere Interessenten ausgeschrieben werden.“

ÖVP-Gemeindevorstand Philipp Pinter widersprach zum Teil der Kritik: „Es wäre eine Benachteiligung den neuen Käufern gegenüber, die Wohnungen nun zum Marktpreis anzubieten. Davor waren diese ebenfalls günstig zu erwerben.“ Er stimmt aber zu, dass in Zukunft Wohnungen ausgeschrieben werden sollten. „Es ist der restlichen Bevölkerung gegenüber nicht fair. Wir stimmten, aus Mangel an besseren Alternativen, dem Beschluss zu. Für die Zukunft fordern wir aber, um solche Situationen verhindern zu können, eine Liste am Gemeindeamt aufzulegen, wo sich Interessierte eintragen können“, sagt Pinter. Bürgermeister Dieter Posch bedrücken die Aussagen von Robert Meixner: „Man kann mir alles vorwerfen, aber nicht den Vorwurf der Heimlichkeit. Viele wussten von den freien Einheiten. Und zum Preis: die Wohnungen sind nicht lastenfrei – die Käufer müssen die Wohnbauförderung übernehmen.“

„Pro Neudörfl“ stimmten als Einzige gegen den Beschluss.