Erstellt am 24. Oktober 2012, 00:00

Streit um zwei geschossene Hirsche. Jägerseele kocht / Wiesens Jäger-Chef Johann Fürst ist der Meinung, dass eine Jagdrunde mit Josef Pröll einen Hirsch zu viel erlegte.

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WIESEN / Herbstzeit ist Jagdzeit. Wiesens Jägerschef Johann Fürst ist der Meinung, dass vor kurzem bei einer Jagd, an der hochrangige ÖVP-Politiker, darunter Ex-Vizekanzler Josef Pröll teilnahmen, um ein Tier zu viel geschossen wurde. Im Detail: Innerhalb einer ganz kurzen Zeitspanne kam es zum voneinander unabhängigen Abschuss von zwei Hirschen. Zum Abschuss freigegeben war jedoch nur einer. Der Wiesener Jagdleiter, Johann Fürst, ist deshalb erbost: „Das ist entschieden einer zuviel!“, meint er.

Frust bei 50 Jägern im Hegering, die sich - auch wenn die Unschuldsvermutung gelten mag - um „ihren“ Hirsch betrogen fühlen. Die Seelen in den grünen Röcken kochen laut Fürst, und man blickt gespannt auf den Ehrenrat des Jagdverbandes. Denn der ist bei Verstößen gegen die Gerechtigkeit für Sanktionen zuständig. „Üblicherweise bleiben solche Vergehen nicht ungesühnt“, hofft der Wiesener Jagdleiter. Bezirkshauptmann Klaus Mezgolits, selber langjähriger passionierter Jäger, entschärft die Sache: „Die Bezirkshauptmannschaft gibt als Behörde die Abschüsse in den Hegeringen jedes Jahr neu frei. An besagtem Jagdtag war noch ein Zweier-Hirsch (fünftes bis zehntes Lebensjahr) für den Abschuss frei.“ Und fährt fort: „Unabhängig voneinander wurden aber zwei Zweierhirsche geschossen und die anderen Reviere fallen nun um diesen Abschuss um. Die Bezirkshauptmannschaft wird jetzt die Meldungen und Bewertungen der Sachverständigen abwarten. Es liegt hier keine Strafe vor, denn es mangelt an der Schuld, weil die böswillige Absicht fehlt.“

Auch Bezirksjägermeister Gregor Prantl relativiert: „Die Freigabe der Bezirkshauptmannschaft wurde in diesem Fall nicht überschritten. Das ist eine Sache innerhalb der Jägerschaft. Dass hier innerhalb kurzer Zeit gleich zwei Hirsche erlegt wurden, war nur reiner Zufall und mit Sicherheit keine Absicht.“

Einer der ÖVP-Politiker, die dabei waren, hält fest: „Dieser Abschuss stand auf dem Abschussplan. Dass zwei Jäger, die auf zwei verschiedenen Hochstanden saßen, jeweils einen Hirschen erlegt haben, das war reiner Zufall. Die Wiesener Jägerschaft soll sich jetzt nicht aufregen, denn im Vorjahr war die Situation gerade umgekehrt.“

Erbost. Der Jagdleiter von Wiesen, Johann Fürst.ZVG