Erstellt am 18. Juni 2015, 05:31

von Elisabeth Kirchmeir

Sucht: Tresor geleert. Über Förderband-Luke krochen Mitarbeiter und sein Freund in die Firma, dann stahlen sie aus Tresor sechs Geldkassetten. Einer der Beiden, bereits vorbestraft, fasste 22 Monate aus.

Die zwei Verurteilten stahlen Bargeld aus einem Tresor.  |  NOEN, Symbol/Bilderbox
„Obwohl Sie als Angestellter ein fixes Einkommen hatten, machten Sie diesen Blödsinn!“, wunderte sich Richterin Birgit Falb über die Straftat des 23-jährigen Angeklagten, der sich mit seinem 28-jährigen Freund am 24. Februar dieses Jahres über eine Förderband-Luke Zutritt zu den Betriebsräumen seines Dienstgebers in Mattersburg verschafft, dort den Tresor aufgesperrt und sechs Geldkassetten mit Bargeld und Gutscheinen im Wert von 9.708 Euro gestohlen hatte.

„Es war wegen dem Suchtgift“, erklärte der nach der Straftat gekündigte 23-Jährige. Er habe, obwohl er voll berufstätig war, nach der Arbeit Heroin und Kokain konsumiert. „Das geht“, erklärte er vor Gericht.

Vor dem Einbruchsdiebstahl hatte er sich unbefugterweise von der eigenen Firma einen Firmenwagen ausgeborgt, seinen Komplizen abgeholt und mit diesem gemeinsam die Straftat begangen.

Geld geteilt, dann Drogen gekauft

„Danach haben wir das Geld bei mir in der Küche aufgeteilt“, berichtete der achtfach, unter anderem wegen Raubes vorbestrafte 28-Jährige. Auch er ist drogensüchtig und konsumierte täglich Heroin um 30 bis 40 Euro. „Aber Sie waren ja arbeitslos – wie finanzierten Sie Ihre Sucht?“, wollte die Richterin wissen.

„Von meinen Schwestern und meinem Schwager bekam ich Geld“, antwortete der Angeklagte. Und schließlich sei man beim Arbeitgeber seines Freundes eingebrochen, „weil wir keine Drogen hatten und süchtig waren“.

Noch in der Nacht des Einbruchsdiebstahls fuhren die Männer im ausgeborgten Firmenauto nach Wien. „Ich kaufte um 250 Euro Kokain und Heroin“, berichtete der 28-Jährige. „Ich habe 400 Euro für Kokain ausgegeben“, gab sein Komplize an. Der massiv vorbestrafte 28-Jährige muss nun für weitere 22 Monate ins Gefängnis, sein unbescholtener Komplize erhielt eine neunmonatige bedingte Freiheitsstrafe. Das Urteil ist rechtskräftig.