Erstellt am 30. April 2014, 13:53

von Martin Plattensteiner

Theater um Kantine. Massive Kritik / Am Muttertag wird über die Badkantine abgestimmt. Die FPÖ kritisiert, dass die SPÖ Werbung für „ihr Projekt“ mache.

Michael Einfalt, FPÖ-Gemeinderat, spricht von einer Manipulation sowie Sieg der Demokratie.  |  NOEN
Am vergangenen Donnerstag fand eine Bürgerversammlung statt, der rund 70 Personen folgten. Inhalt war, sich über die am Muttertag, 11. Mai, stattfindende Volksabstimmung, betreffend Badkantine zu informieren. Entweder wird saniert oder komplett umgebaut.

Die Vertreter der drei politischen Fraktionen (SPÖ, ÖVP und FPÖ) vereinbarten, keine „Wahlempfehlungen“ abzugeben. Einer der Anwesenden fragte auch nach, welche Partei sich denn wofür einsetze. „Ich gebe, wie ausgemacht, keine Empfehlung ab“, meinte darauf SPÖ-Vize Ulli Kitzinger.

Im Nachhinein sieht FPÖ-Mandatar Michael Einfalt die Sache etwas anders. Er bezeichnet die SPÖ-Vorgangsweise als „unfair und unobjektiv“.

Wie teuer kommt eine Edelstahlküche? 

So soll Kitzinger die Kosten einer Edelstahlküche mit 35.000 Euro beziffert haben. „Unter 100.000 Euro bekommt man nichts dergleichen“, meint FPÖ-Bezirkschef Herbert Schütz. „Kitzinger offenbart hier völlige Unkenntnis in Sachen Gastronomie.“

Die FPÖ kritisiert weiters, dass die Planungskosten für den kompletten Umbau zu einem Restaurant in Höhe von 28.000 Euro auch der Sanierung der Badkantine (da wären Planungskosten von 5.000 Euro fällig) hinzugerechnet wurden.

Kitzinger: „Ich will nicht unglaubwürdig sein“ 

Vize Ulli Kitzinger lässt diese Anschuldigungen nicht einfach auf sich sitzen. Sie stellt gegenüber der BVZ fest, dass die Kosten einer Edelstahlküche vom Steuerberater der Gemeinde beziffert wurden, der betreffend Restaurant eine Wirtschaftsberechnung angefertigt hat.

„Die Planungskosten von 28.000 Euro fallen sowieso an, die müssen auf jeden Fall hinzugerechnet werden. Egal, wie sich Sigleß bei der Volksbefragung entscheidet“, kontert Kitzinger geschickt. „Darüber muss ich die Bevölkerung informieren, sonst bin ich unglaubwürdig.“

Schütz: „Kitzinger als Rädelsführerin.“ 

Kein gutes Haar lässt Herbert Schütz an Ulli Kitzinger, die er als „Rädelsführerin“ und „heimliche Bürgermeisterin“ bezeichnet. FPÖ-Mandatar Michael Einfalt ortet eine „Manipulation“, sieht aber die Volksbefragung als Sieg der Demokratie, welche durch die Zusammenarbeit zwischen FPÖ und ÖVP möglich wurde.

Kitzinger selber schüttelt über diese Anschuldigungen den Kopf. „Jetzt haben wir genau das, was wir nicht wollten. Im Vorfeld waren wir uns nämlich einig“, so die Vizebürgermeisterin. „Man muss nämlich fair bleiben und beide Varianten der Bevölkerung präsentieren.“