Erstellt am 07. September 2016, 09:07

von Michael Kremser

Diskussion um Minus. Nach ernüchternder Zwischenbilanz in der Region Rosalia sucht man nach Ursachen – Bezirks-VP sieht Schuld beim Land, SPÖ kontert – Tourismusverbände äußern sich wage.

Tourismusregionen. Viele Gemeinden suchen Anschluss. Foto: Müllner  |  NOEN, Müllner

Die Region Rosalia weist als einzige der fünf burgenländischen Tourismusregionen ein Minus bei den Nächtigungen (-2,1 Prozent) und Ankünften (-3,1 Prozent) in der aktuellen Zwischenbilanz auf . ÖVP-Bezirksparteiobmann Christian Sagartz sieht den Grund dafür in der aktuellen Tourismuspolitik der Landesregierung und beim mit 1.1.2017 wirksamen neuen Tourismusgesetzes. „Die Verantwortlichen auf Landesebene kümmern sich mehr um Verwaltung und Machtkämpfe als um Unterstützung“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung, in der Sagartz weitere Kritik nicht ausspart: „... den kleinen Betrieben fehlen die Ansprechpartner,... die Gemeinden und Betriebe bleiben bei den Rot-Blauen Machtstreitigkeiten auf der Strecke.“

SPÖ Bezirksobmann, Landtagspräsident Christian Illedits kontert: „Das neue Gesetz fördert die Mitarbeit der Gemeinden untereinander – durch den Zusammenschluss mehrerer, kleiner Gemeinden profitieren alle von der Gesamtbesucheranzahl“. Zum Seitenhieb der ÖVP auf die Regierungsarbeit auf Landesebene: „Bei der Erarbeitung des neuen Konzepts hat die ÖVP nichts dazu beigetragen, jetzt die Schuld in der Arbeit anderer zu suchen, ist reine Oppositionstaktik“, so Illedits. Das aktuelle Minus in der Statistik führt er hauptsächlich auf die schwindende Anzahl von Kurgästen (-2.599 Nächtigungen) zurück: „Bad Sauerbrunn, als stärkste Nächtigungsgemeinde fällt enorm ins Gewicht, aber auch das Ausbleiben der Festspiele in St. Margarethen, wo etliche Gäste im Bezirk Unterkunft beziehen.“

Mehr Betten sollen für ein Plus sorgen

In der Kurgemeinde selbst verweist man auf eine Umstellung im Therapiesystem: „Heuer scheint ein Minus in der Statistik auf, in den kommenden Jahren gleicht sich das aber aus“, so Bad Sauerbrunn Tourismuschefin Elisabeth Kallinger-Iser. „Wir setzten in Zukunft auf Präventivgesundheitstourismus und hoffen auf eine Aufstockung der Bettenzahl“, zeigt sich diese optimistisch. Welche Maßnahmen von Seiten des neuen Region-Rosalia-Neufelder-See-Platte-Verbandes nun gesetzt werden – dieser muss sich künftig ohne die Zahlen des Kurortes etablieren–, um dem Nächtigungsschwund entgegenzuwirken, ist nicht zu erfahren, da sich Tourismusobmann Alfred Bandat kurz nach Bekanntwerden der Statistik noch nicht dazu äußern wollte, und zur Zeit in Urlaub weilt.