Erstellt am 27. Mai 2016, 05:04

Tradition wird gelebt. Die Robischmädchen- und Burschen organisieren seit 1977 in Marz den beliebten Robischkirtag.

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"Brauchtumspflege". Diesen ausdrucksstarken Begriff erwähnt Gerhard Karner, Tanzlehrer aus Marz, wiederholt und beschreibt damit die Essenz dieses besonderen Festes. Was hat es mit dem Begriff „Robisch“ auf sich?

Das sonderbare Wort stammt aus dem Slawischen, wo „rabusch“ für Kerbholz verwendet wird. Beim Robisch handelt es sich um einen Holzstab, den der Robischmeister bei sich trägt und der als eine Art Schuldbuch zwischen ihm und dem Wirten, bei dem der Kirtag stattfindet, dient. Wie bei den meisten Brauchtümern gibt es auch beim Robischtanz ein genaues Programm: Vor dem Gasthaus wird ein Kirtagsbaum errichtet, den die Burschen am Vortag aus dem Wald holen. Bei jedem Robischtanz gibt es ein Robischmeisterpaar. In Marz haben dieses Jahr Christian Leitgeb und Christina Karner diese Ehre. Traditionsgemäß gestalten die Burschen und Mädchen die Messe mit. Anschließend treffen sie sich in Tracht gekleidet, um die Robischmeisterin abzuholen. Dort lässt der Robischmeister alle Anwesenden beim „Gesundheitstrinken“ hochleben.

Danach folgt ein Marsch Richtung Hauptplatz vor der Kirche, wo der Robischtanz beginnen kann. Marz ist eine der wenigen Gemeinden, in der der alte Brauch des Robischtanzens hochgehalten wird. Seit 1977 hat dieser Brauch wieder einen festen Platz im kulturellen Leben des Ortes. Nicht ohne Grund bezeichnet Bürgermeister Gerald Hüller den Robischtanz als Highlight des Kirtags. „Ganz Marz ist da unterwegs“, freut sich Karner, der die dargebotenen Volkstänze mit den Burschen und Mädchen der Gemeinde einstudiert hat. Für ihn hat diese Tradition Priorität.