Erstellt am 21. Oktober 2011, 11:23

Traktorunfall am Weg zum Polterabend. Auf der Fahrt zu einem Polterabend war am Ostersonntag in Forchtenstein ein mit 17 Personen besetzter Traktoranhänger umgekippt. Vier der Mitfahrer wurden dabei schwer, mehrere andere leicht verletzt. Der Lenker des Traktors musste sich am Freitag in Eisenstadt vor Gericht verantworten:

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Er wurde zu einer bedingten Haftstrafe von fünf Monaten und zum Kostenersatz für das Verfahren verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der Staatsanwalt warf dem 49-Jährigen fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Gemeingefährdung vor. Er habe die im Straßenverkehr gebotene Sorgfalt und Aufmerksamkeit außer Acht gelassen. Der bei der Fahrt verwendete Einachsanhänger sei nicht für den Verkehr zugelassen und auch nicht für einen Personentransport bestimmt gewesen. Statt der vorgeschriebenen zehn sei das Gefährt mit 32 km/h unterwegs gewesen.

Beim Abbiegen kippte der Anhänger in einer Rechtskurve nach links um, die Passagiere wurden auf die Straße geschleudert. Einer der Mitfahrer erlitt einen Milzriss, zwei andere einen Schlüsselbeinbruch. Der Unfall löste einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus.

Der 49-Jährige, dem der Unfall seelisch arg zugesetzt hatte, bekannte sich vor Gericht schuldig. Sein Sohn habe ihn gefragt, "ob er bei einer Polterfeier den Chauffeur spielen kann", schilderte sein Verteidiger vor Gericht. Der Vater habe sich "aus Gefälligkeit breitschlagen lassen und sein Fahrzeug und seine Zeit zur Verfügung gestellt." Dass es zu dem Unfall kam, sei "eine Tragödie". Der Burgenländer sei mit dem Traktor schon "zigtausende Stunden" unfallfrei gefahren: "Er hat zusätzlich die Bordwände erhöht, dass niemand runterfallen kann."

Ein verkehrstechnischer Sachverständiger hatte das Gefährt untersucht: Bei dem einachsigen Traktoranhänger sei die Kippgefahr größer gewesen als bei einem vierrädrigen Anhänger mit zwei Achsen. "Die Kippgeschwindigkeit lag bei diesen Abmessungen bei circa 23 km/h", erläuterte der Gutachter. Zudem liege der Schwerpunkt sehr hoch, "das war das Pech."

Der Staatsanwalt beantragte einen Schuldspruch im Sinne des Strafantrages. "Ich gebe dem Verteidiger Recht, dass es sich in diesem Fall um einen außerordentlich unglücklichen Unfall handelt", sagte der Jurist. Eine Verkettung von Umständen habe zu dem tragischen Ereignis geführt, meinte der Verteidiger des Burgenländers: "Es ist ja nicht so, dass er da durch die Gegend getollt ist." Sein Mandant habe sich bei jedem Zwischenstopp vergewissert, ob die Mitfahrer genügend gesichert seien.

"Es tut mir unheimlich Leid, was da passiert ist", sagte der 49-Jährige vor der Urteilsverkündung. Bei der Strafbemessung seien das Zusammentreffen von Vergehen und die Anzahl der Verletzten als erschwerend zu berücksichtigen gewesen, so Richterin Birgit Falb in der Urteilsbegründung. Mildernd ausgewirkt hätten sich das Geständnis und die bisherige Unbescholtenheit des Beschuldigten. Der Burgenländer nahm das Urteil an, auch der Staatsanwalt verzichtete auf Rechtsmittel. Von den verletzten Mitfahrern hat sich dem Strafverfahren keiner angeschlossen.