Erstellt am 09. Februar 2011, 00:00

Umweltanwalt ist für umstrittenes Bauprojekt. SCHUTZGEBIET / Sollte das Projekt in Forchtenstein durchgehen, wollen die Grünen eine Beschwerde an die EU in Brüssel richten.

Gute Lage.»Das Gebiet ist aufgrund seiner Lage für das Bauvorhaben gut geeignet«, sagt SPÖ-Bürgermeisterin Riki Reismüller.«  |  NOEN
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FORCHTENSTEIN / Wie die BVZ in der vergangenen Ausgabe berichtete, plant die Gemeinde direkt im nördlichen Anschluss an das geschlossene Siedlungsgebiet eine Erweiterung von Baulandflächen. Die tatsächliche Größe des Planungsgebietes beträgt laut Bürgermeisterin Riki Reismüller und Vizebürgermeister Joser Hammer rund 7,3 Hektar Grund. Der betreffende Bereich ist zum Teil bereits als Aufschließungsgebiet-Wohngebiet (AW) gewidmet.

ÖVP-Vizebürgermeister Josef Hammer sagt: „Aufgrund der Lage im Nahbereich wichtiger öffentlicher Einrichtungen wie Volksschule, Kindergarten, Feuerwehrhaus, Friedhof sowie im Anschluss an das Ortsgefüge ist dieses Gebiet für das geplante Vorhaben sehr gut geeignet.“ Darüber hinaus sei ein Anschluss an die technische Infrastruktur sowie an das bestehende Verkehrsnetz auf kurzen Wegen möglich.

Projekt wurde mit allen  Zuständigen abgestimmt

Das Projektgebiet befindet sich im Randbereich des Natura 2000-Gebietes „Mattersburger Hügelland“, in dessen nördlichem Anschluss sich eines der Kerngebiete der geschützten Zwergohreule befindet. „Diesbezüglich erfolgte in mehreren Runden eine Abstimmung des Projektvorhabens mit den zuständigen Amtssachverständigen für Raumplanung, Natur- und Landschaftsschutz des Amtes der Burgenländischen Landesregierung sowie der Bezirkshauptmannschaft Mattersburg“, erklären SPÖ-Bürgermeisterin Riki Reismüller und Vizebürgermeister Josef Hammer.

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Ebenfalls direkt eingebunden wurde, laut der Ortschefin und dem Vize, die Burgenländische Umweltanwaltschaft, welche gemeinsam mit den Fachabteilungen einer Baulandentwicklung im Gebiet Mühlgraben grundsätzlich positiv gegenüber steht. In Abstimmung mit den Behörden, der Gemeinde und den Eigentümern soll ein Erschließungskonzept erarbeitet werden, welches der geplanten Umwidmung zugrunde liegen soll. „Angestrebt wird eine sinnvolle und attraktive Gesamtlösung, wobei auf die besondere Lage im Randbereich des Natura 2000-Gebietes besondere Rücksicht genommen wird. Dies soll nicht zuletzt durch die zusätzliche Festlegung eines Teilbebauungsplanes sichergestellt werden“, so Hammer.

Umweltanwalt Hermann Frühstück hat ebenfalls keine Bedenken: „Wenn das erarbeitete Konzept von der Gemeinde Forchtenstein gewidmet wird und alle Grundbesitzer zustimmen, dann wird das Projekt mit Sicherheit durchgehen.“

Pufferzonen sollen die  Zwergohreule schützen

Zum Schutz der Zwergohreule sollen großzügige Pufferflächen von einer zukünftigen Bebauung freigehalten werden. Durch die Ausweisung einer großflächigen Pufferzone werden rund sechs Hektar des Planungsgebietes einer Verbauung zugeführt. „Abzüglich der notwendigen Verkehrserschließungsflächen sollen insgesamt etwa 70 Bauplätze mit einer maximalen Größe von rund 800 Quadratmetern geschaffen werden. „Damit wird der langfristige Bedarf an Baulandfläche für die Gemeinde gedeckt“, so die Ortsleitung.

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Die Grünen kündigen  Beschwerde bei EU an

Laut den Grünen ist das bereits der zweite Eingriff in das Natura-2000-Gebiet innerhalb weniger Jahre, denn schon im Jahr 2006 wurde mitten im Natura-2000-Gebiet eine Bauschuttdeponie genehmigt. Christiane Brunner, Nationalratsabgeordnete der Grünen: „Diese Gebiete sind streng geschützt und unterliegen dem EU-Recht, daher wollen wir hier Brüssel einschalten.“

Die Grünen-Bezirkssprecherin Sonja Sieber stößt in das gleiche Horn: „Es ist wichtig, einen Schritt aus Österreich hinaus zu machen, weil hier die Packelei überhand nimmt.“