Erstellt am 11. Juli 2012, 00:00

Ungarn wollen Maut für Straße kassieren. VERBINDUNGSSTRASSE / Der Bürgermeister aus der ungarischen Grenzgemeinde Agendorf will mit Einnahmen Straße sanieren.

Erhöhte Verkehrsbelastung. Besonders in den Stoßzeiten am Morgen und am Abend, wickelt sich in der Ödenburgerstraße viel Verkehr von und nach Ungarn ab.BVZ  |  NOEN
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VON RICHARD VOGLER

SCHATTENDORF / Die Öffnung des Verkehrs zwischen Agendorf und Schattendorf bringt nicht nur Vorteile mit sich - der Agendorfer Bürgermeister zieht in Betracht, für die Benützung der Straße eine Maut einzuheben. Zur Vorgeschichte: Zwischen Schattendorf und Agendorf gibt es einen Güterweg, der im Frühjahr 2011 im Rahmen eines „Transborder Projektes“ für den öffentlichen Verkehr geöffnet wurde (Kostenpunkt 700.000 Euro). Damit sollte unter andererem die regionale Erreichbarkeit der Gemeinden verbessert und die kulturellen und gesellschaftlichen Beziehungen wiederhergestellt werden, ebenso wie der Ausbau des grenzüberschreitenden Radwegnetzwerkes. Mittlerweile ist das Verkehrsaufkommen jedoch enorm. „Wir haben zwei Verkehrszählungen durchführen lassen. Die Ergebnisse der ersten stehen fest. Unter der Woche gab es zwischen 1300 und 1600 Autos, an den Wochenendtagen zwischen 200 und 400. Seitdem die Straße in Betrieb ist, hat sich der Verkehr mindestens verdoppelt“, führt SPÖ-Bürgermeister Johann Lotter aus.

Schattendorfer Anrainer  klagen über Verkehr

Die Bewohner der Ödenburgerstraße in Schattendorf klagen schon länger über den ausufernden Verkehr, und auf Agendorfer Seite ist die Straße bereits in desolatem Zustand.

Nun wollen beide Ortschefs Maßnahmen ergreifen. „Es gibt dort bereits ein LKW-Fahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Weiters planen wir eine Höhenbeschränkung für Fahrzeuge über zwei Meter einzuführen.“ Auch auf ungarischer Seite ist man sich der Problematik bewusst und will den Verkehr einschränken, denn die Straße dort ist bereits stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Haken daran: Der Gemeinde Agendorf fehlen die finanziellen Mittel. Dienstag und Mittwoch vergangener Woche wurden auf der Straße auf ungarischer Seite Flugblätter verteilt.

Zum Inhalt: Es wird auf die enge Fahrbahn aufmerksam gemacht, die lediglich vier Meter breit und bereits in desolatem Zustand ist. Weiters wird um eine Unterstützung in Form eines finanziellen Beitrags gebeten. Istvan Gaal, Bürgermeister von Agendorf, bastelt noch an weiteren Maßnahmen - eine Mautgebühr wird in Betracht gezogen. „Es wird angedacht, denn wir brauchen Geldmittel. Fixiert ist noch nichts, mit dem Schattendorfer Bürgermeister wird es diesbezüglich noch Gespräche geben“, hält Gaal fest. Rechtlich ist dies möglich, denn die Straße gehört der Gemeinde.