Erstellt am 04. Februar 2014, 13:43

Unruhe an der Polizeibasis. Polizisten kritisieren, dass die Verwaltung im Land personell aufgestockt wurde, aber es für den Bezirk Mattersburg zu wenig Beamte gibt.

Die SPÖ möchte die Gegebenheiten nicht so einfach hinnehmen und hielt am Freitag eine Pressekonferenz zum Thema Polizeiposten-Schließung in Pöttsching und Sieggraben ab. Am Foto: Der Bürgermeister von Sigleß, Walter Kurz, Bezirks- und Klubobmann Christian Illedits, der Bürgermeister von Pöttsching, Herbert Gelbmann und der Vizebürgermeister von Sieggraben Andreas Gradwohl.  |  NOEN, Foto: Helga Ostermayer
Bei den Polizeibeamten im Bezirk Mattersburg ist die Stimmung betrübt. Der Grund dafür: „Die Oberbehörde wurde groß aufgestockt, in die Verwaltung wurde bei der Umstrukturierung personell viel investiert. Die Anzahl der Polizisten im Bezirk - trotz der Grenzöffnung - blieb jedoch nahezu unverändert“, so ein Polizist aus dem Bezirk Mattersburg, der anonym bleiben will. Auch weitere Kollegen bestätigen, dass bei der Basis etwas Unmut herrscht.

Nur vier Planstellen mehr in 25 Jahren

Vor etwa zwei Jahren kam es zur sogenannten „Reform III“, der Zusammenlegung der Landessicherheitszentrale, der Bundespolizeidirektion Eisenstadt und des Landespolizeikommandos. Dafür soll es für das Land eine Vielzahl an zusätzlichen Polizisten gegeben haben, während der Bezirk Mattersburg im Vergleich zum Jahre 1989 bzw. 1990 von 64 Planstellen nur auf 68 aufgestockt wurde.
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„Es macht vielleicht den Anschein, da drei Behörden zusammengeführt wurden, aber wir haben keine zusätzlichen Planstellen bekommen. Dafür haben wir viel mehr Aufgaben zu bewältigen“, so Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil, der mit den Fremden- und Asylangelegenheiten, dem Schubabkommen mit Ungarn für ganz Österreich und weiteren administrativen Tätigkeiten sowie Rechtsberatung für Kollegen nur einen Teil der neuen Aufgaben aufzählt.
„Wenn wir freie Planstellen ausschreiben, haben wir oft Probleme, jemanden dafür zu finden“, so der Landespolizeichef, der zudem hinzufügt: „Wir beabsichtigen die Diensthundestation nach Zemendorf zu verlegen sowie die Autobahnpolizeidirektion nach Mattersburg. Das bedeutet zusätzliche Planstellen für den Bezirk Mattersburg.“

Posten Sieggraben und Pöttsching sperren

Erst vergangene Woche wurde bekannt gegeben, dass die beiden Polizeiposten in Sieggraben und Pöttsching geschlossen werden. Pöttschings Bürgermeister Herbert Gelbmann (SPÖ) ist sehr empört: „Nach der Schließung des Postamtes ist das jetzt der zweite Kahlschlag für uns. Den Polizeiposten haben wir erst vor ein paar Jahren eröffnet und jetzt wird er wieder zugesperrt. Die Gemeinde muss sich jetzt bemühen, ein Büro für den Dorfpolizisten zu finden und auch zu finanzieren. Die Art und Weise wie die Postenschließung über unsere Köpfe hinweg beschlossen wurde, ist einfach nicht okay.“ Laut dem Pöttschinger Ortschef gebe es zwar bereits Ideen, wo die sogenannten Dorfpolizisten hinkommen sollen, jedoch eine Lösung wurde noch keine gefunden.

Erst vor zwei Wochen von Schließung erfahren

Der Polizeiposten in Siegrgaben besteht bereits seit 1923. Postenkommandant Günter Kornfeld war zuständig für Sieggraben und die illegalen Einwanderer und Asylanten von der Grenze bis nach Rohrbach. Der Posten wird mit Ende Juni geschlossen. „Sieben Beamte sind davon betroffen, die innerhalb des Bezirks versetzt werden. Wer ab dann für Sieggraben zuständig ist, ist noch unklar, aber wahrscheinlich Beamte aus Forchtenstein. Von der bevorstehenden Schließung haben die Beamten vor zwei Wochen erfahren“, so Günter Kornfeld.

Der Sieggraber Ortschef Vinzent Jobst versucht der ganzen Sache etwas Positives abzugewinnen: „Grundsätzlich ist es natürlich schade, dass der Posten geschlossen wird. Geplant ist nun, dass es zwei Beamte direkt für Sieggraben gibt. Sollte dies der Fall sein, dann ist es eine gute Lösung. Diese müssen dann aber auch in der Ortschaft präsent sein.“ Wo ein Raum für die zwei Polizisten geschaffen werden soll, ist noch offen.