Erstellt am 01. Juni 2011, 00:00

Unterschriften gegen geplanten Handymast. UNVERSTÄNDNIS / Die Anrainer in der Neubaugasse möchten den Bau eines Sendemasts der Telekom Austria verhindern.

Dagegen. In der Neubaugasse starten die Anrainer eine Unterschriftenaktion.  |  NOEN
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VON KATHARINA TSCHÜRTZ

MATTERSBURG / Auf einem Grundstück der ÖBB, zwischen der Neubaugasse und den Bahngleisen, in der Nähe der Zughaltestelle Mattersburg Nord, soll ein Handymast errichtet werden. Besorgte Anrainer versuchen nun, den Bau zu verhindern, und starteten eine Unterschriftenaktion.

Bereits 2006 hat die A1 Telekom Austria um eine baubehördliche Bewilligung eines 28 Meter hohen Sendemasts inmitten eines Wohngebietes in der Stadt Mattersburg angesucht. Am Mittwoch vergangener Woche erhielten vier Anrainer eine Ladung zur Bauverhandlung am 17. Juni. Einer davon ist Johann Fisch, der sich sofort zum Gemeindeamt begab, um sich dort den Bauplan anzuschauen. „Das, was wir befürchtet haben, ist eingetroffen. Der Sendemast soll sechs Meter von unserem Haus entfernt errichtet werden“, so der empörte Anrainer.

Bauerlaubnis muss von der  Gemeinde erteilt werden

Johann Fisch informierte sich in der Gemeinde über das Vorhaben der Telekom. „Punkto Bauerlaubnis sind der Gemeinde die Hände gebunden. Wir können nur auf die Art, zum Beispiel die Größe, wie der Handymast gebaut wird, einwirken. Wir haben den Bau an den Unabhängigen Verwaltungsgerichtshof weitergeleitet, dies hat jedoch keine aufschiebende Wirkung. Die Gemeinde ist verpflichtet, die Bauverhandlung abzuhalten“, so Ortschefin Ingrid Salamon.

Johann und Christine Fisch starteten sogleich eine Unterschriftenaktion in der Nachbarschaft. „Es wurden nur die unmittelbaren Anrainer informiert, dabei gibt es viel mehr Menschen, die es betrifft“, vermerkt Johann Fisch.

Telekom hält sich an die  Norm bei der Strahlung

Manfred Ruttner vom Team „Elektromagnetische Felder“ der A1 Telekom Austria versichert: „Natürlich nehmen wir die Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst. Wir stehen seit langem im Kontakt mit der Stadt Mattersburg und haben bereits zahlreiche Gespräche miteinander geführt.“ Bezüglich der Strahlung hält sich die Telekom Austria laut Ruttner an die in Österreich anzuwendende Norm, die von dem Wirtschaftlichen Beirat Funk, der sich mit Gesundheit und Mobilfunk beschäftigt, erst vor wenigen Wochen bestätigt wurde. „Im öffentlich zugänglichen Bereich wird die Norm sogar noch unterschritten“, so der TelekomSprecher.

Auch zum Thema Naturschutz werden laut Manfred Ruttner alle Auflagen beachtet und eingehalten. „Wenn die Anrainer Fragen, Wünsche oder Beschwerden haben, können sie sich an uns wenden. Falls wider Erwarten Probleme auftauchen, stehen wir gerne zur Verfügung, um eine Lösung dafür zu finden.“ Der geplante Handymast in der Neubaugasse ist nicht der einzige Bau eines Funksenders, der in letzter Zeit für Gesprächsstoff sorgt. Die Grüne-Gemeinderätin Sonja Sieber stemmte sich gegen die Anbringung eines Funksenders auf einem bestehenden Strommast bei der Fußballakademie. Diese Versuche waren erfolglos, zur Zeit laufen dort die Arbeiten für die Anbringung des Senders. Ein weiterer Mast war in der Walbersdorferer Berggasse – am Gelände der ehemaligen Firma Wienerberger – geplant. Diese Pläne liegen jedoch im Zuge der Umstrukturierung der Firma Walbersdorfer Ofenkachel GmbH & CoKG auf Eis.

„Das Gesetz greift für  die Bürger zu kurz“

„Mich ärgert die Hilflosigkeit gegenüber der Konzernwillkür. Wir werden alle Rechtsmittel ausschöpfen, um den Bau zu verhindern oder zumindest zu verzögern“, so Johann Fisch, der hinzufügt: „Wir sind sicher keine Quertreiber, denn die Sache ist mir eher unangenehm, aber das Gesetz greift für die Bürger zu kurz und da bleibt uns nichts anderes übrig als uns zu wehren.“