Erstellt am 10. August 2011, 00:00

Unterschriftenaktion läuft. NEUES FEUERWEHRHAUS / Zeichnen genügend Unterstützer, dann werden die Wiesener Bürger über Standort entscheiden.

Wolfgang Murnberger: Betreutes Wohnen wäre für diesen Standort optimale Nutzung.  |  NOEN
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VON HELGA OSTERMAYER

WIESEN / Der geplante Standort des neuen Feuerwehrhauses mitten im Zentrum sorgt für heftige Diskussionen. Der Platz sei zu klein und das Gebäude passe nur wie die Faust aufs Auge dorthin, sind die Kontra-Argumente. Nun macht seit einer Woche eine Unterschriftenliste in Wiesen die Runde, die eine Bürgerbefragung herbeiführen soll.

In allen größeren Städten steht das Feuerwehrhaus im Zentrum, kontert ÖVP-Bürgermeister Matthias Weghofer. Unsere Wehr würde von hier aus 15 Minuten früher am Einsatzort sein und diese Zeit könnte über Leben und Tod entscheiden, fährt der Ortschef fort. Auch die Freiwillige Feuerwehr habe sich, laut Weghofer, für diesen Standort ausgesprochen. Feuerwehrkommandant Ewald Tiess stößt ins gleiche Horn: Der Anfahrtsweg von dort ist kurz und das Haus wäre auch in 20 Jahren nicht zu klein, ist er überzeugt. Er versteht nicht, dass sich die Leute erst jetzt, wo die Pläne schon gezeichnet sind, aufregen.

Für den gebürtigen Wiesener Filmregisseur Wolfgang Murnberger, dessen Mutter direkte Anrainerin ist, stellt der Standort eine Schande für Wiesen dar: Kein Wiesener, mit dem ich gesprochen habe, versteht es, wie man eine 30 Meter lange Front mit sechs Garagentoren mitten ins Ortszentrum bauen kann. Für Bauprojekte im Ortszentrum sollte es eine Ortsbildverträglichkeitsprüfung geben, sonst entsteht ein Knick in der Optik, meint er. Das sich Murnberger, der gar nicht in Wiesen wohnt, gegen den Standort stark macht, ärgert den Bürgermeister besonders: Ich mische mich ja auch nicht in seine Filmemacherei ein, von der ich nichts verstehe, so der Ortschef.

Josef Pauschenwein, der unabhängige Sprecher des Kernteams der Dorferneuerung sagt dazu nur: Es gibt wirklich triftige Gründe dort nicht zu bauen.