Erstellt am 06. Mai 2016, 12:22

von Judith Jandrinitsch

Wald-Cafe angezeigt! „Quälen keine Tiere“. Der Verein gegen Tierfabriken ortete Missstände im Streichelzoo. Die Bezirkshauptmannschaft sieht das anders.

Ein Herz für Tiere: Edith Kern-Riegler hat Schaf Julia mit der Flasche aufgezogen. Foto: JJ  |  NOEN, JJ
Großer Ärger herrscht bei den Besitzern des Wald-Cafés Kern-Riegler. Der Verein gegen Tierfabriken (VTG) brachte aufgrund von ihm zugetragenen Informationen eine Anzeige gegen den Streichelzoo ein, der direkt dem Wald-Café angeschlossen ist.

„Vom Verein war aber nie jemand persönlich da und hat sich unsere Tierhaltung angeshen“, erzählt der aus Sauerbrunn stammende Werner Kern.

Gemeinsam mit seiner aus Neudörfl stammenden Frau Edith Kern-Riegler betreibt er auf niederösterreichischem Gemeindegrund von Lichtenwörth das Café, die Seniorenpension Waldheim und den Streichelzoo. „Wenn die Enkerl ihre Großeltern im Heim besuchen, dann schauen sie automatisch auch bei den Tieren vorbei. Und auch unsere Pensionsgäste profitieren irrsinnig von den Tieren.“

„Fragliche Bilder wurden Anfang März gemacht“

Die Anzeige wurde erst bei der Bezirkshauptmannschaft Mattersburg eingebracht, zuständig ist aber die Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt. „Die fraglichen Bilder wurden Anfang März gemacht, die Anzeige erst Mitte April eingebracht. Da wurde das Dach vom Hühnerstall längst entfernt und der Hufschmied hatte längst die Hufe der Esel geschnitten“, berichtet er.

Friedlich frisst Esel Cäsar sein Raufutter, auch Susi und Schneeflocke naschen vom Heu. Die beiden Schafe Romeo und Julia haben ein eigenes Gehege und befinden sich nicht in der Mitte einer Ziegenherde, so wie vom Verein behauptet.

Das Einzige, worauf Wiener Neustadts Bezirkshauptmann Ernst Anzeletti nach dem offiziellen Besuch des Amtstierarztes im Wald-Café die Besitzer hingewiesen hat, ist, die offenen Wasserflächen zu verbessern. Enten gibt es im Streichelzoo wie in der Anzeige behauptet zwar nicht, aber zwei Hausgänse.

„Wir hatten schon einmal ein mit Folie ausgekleidetes Wasserbecken. Da sind uns aber dauernd Igel hineingefallen und ertrunken“, erklärt Werner Kern, warum diese Auflage gar nicht so einfach umzusetzen ist.

Nachgefragt:

„Das sind schon Leute, die sich um die Tiere kümmern und diese nicht vernachlässigen. Der Besitzer wird sich nur überlegen müssen, wie er eine offene Wasserfläche für die Gänse herstellt. Die aufgestellten Wannen sind nicht mehr ganz zeitgemäß.“
Mag. Ernst Anzeletti, Bezirkshauptmann von Wiener Neustadt