Erstellt am 31. Juli 2013, 00:00

Wer rettet unsere Ernte?. Hitzewelle / Alles hofft auf Regen: Im Bezirk Mattersburg wird es aufgrund der langen Hitzeperiode und der geringen Regenfälle zu teilweise beträchtlichen Ernteeinbußen kommen.

Abkühlung. Beim Kiwi Kicken wurde ein Planschbecken aufgestellt.  |  NOEN
Marie-Luise Wenzl

MATTERSBURG / Eigentlich hat man im heurigen Jahr mit Höchsterträgen in der Landwirtschaft gerechnet. Zurzeit sieht es aber alles andere als „rosig“ aus: Die andauernde Hitzeperiode und die wenigen ausgiebigen Regenfälle werden der Prognose ein trauriges Schnippchen schlagen.

Ursprünglich mit Rekordernte gerechnet

Dazu der Obmann des Bauernbundes Hans Kurz: „Für das Jahr 2013 haben wir eigentlich mit einer Rekordernte zum Beispiel beim Weizen gerechnet. Dem ist aber nach momentanem Stand der Dinge leider nicht so. Es schaut so aus, als hätten wir heuer Ernteerträge, die unter dem Durchschnitt liegen werden. Vor allem junge Pflanzen und solche, die jetzt noch ordentlich wachsen müssten wie Mais und Sonnenblumen, sind stark gefährdet, wenn es nicht bald ausgiebigst und öfter regnet. Es kann, so wie die derzeitige Lage ist, sogar in manchen Regionen zu Ernteausfällen kommen. Wir hoffen jetzt natürlich alle, dass die Gewitter, die man vorausgesagt hat, auch wirklich genug Regen bringen.“

Die prognostizierte kurze „Hitzepause“ vor dem vergangenen Wochenende war im Bezirk leider nicht spürbar. Im Gegenteil: In Mattersburg wurden 36,5 Grad im Schatten gemessen. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren aber nichts Ungewöhnliches. Der Hitzerekord von 2007 wurde um 0,5 Grad verfehlt. Hitzepol war diesmal der Bezirk Andau mit 39,5 Grad, gefolgt von Eisenstadt mit 38,7 und Lutzmannsburg mit 36,6 Grad, alles aber unter dem Hitzerekord von 2007.

Alle warten auf den „heiß“ ersehnten Regen 

Dazu Brigitte Preissegger vom Biohof Preissegger in Wiesen: „Jetzt, wo es so heiß ist, müssen wir die jungen und neu gesetzten Birnen- und Pfirsichbäume extra gießen fahren. Wir warten alle sehnlichst auf Regen.“ Auch Herbert Lassl vom Weingut Lassl in Marz berichtet: „Was den Weinbau betrifft ist es ja so, dass Weinstöcke nicht auf schweren, tiefgründigen Böden wachsen. Das heißt: Ja, die Böden und vor allem die jungen Weinstöcke leiden unter Wassermangel.

Franziska Pinter am Forchtensteiner Stausee kann durchaus Positives berichten: „Die Wasserqualität leidet bei uns durch die Hitze nicht, da wir ja einen steten Zulauf von Frischwasser aus dem Überlauf haben. Daher haben wir eine gute Wasserqualität.“ Dazu auch Robert Ohrner, Bademeister vom Pöttschinger Erlebnisbad: „Wir haben eine automatische Dosiereinrichtung. So bleibt das Wasser frisch und sauber.“

Das Rote Kreuz lobt die Bevölkerung 

Bezirkschef Hannes Hauer: „Mit unseren zehn bis 15 Ausfahrten letztes Wochenende aufgrund der Hitze lagen wir etwas über dem Schnitt. Die Bevölkerung hat sich löblicherweise gut auf die heißen Temperaturen vorbereitet.“ Und Christian Gattinger, Chef der Rotkreuz-Stelle Mattersburg: „Es ist ja nicht von heute auf morgen heiß geworden. Man hat sich augenscheinlich ausreichend informiert und vorgesorgt. In den Medien ist das heiße Wetter ja immer wieder Thema.“

Die Spitäler sind allerdings voll: Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, und Austrocknung sind typische Beschwerden. Im Krankenhaus Eisenstadt wurden in der Nacht von Samstag auf Sonntag rund 20 Patienten infolge von Hitzebeschwerden behandelt.