Erstellt am 05. Januar 2011, 00:00

Werbeplakate sorgen in Mattersburg für Unmut. ELEKTROHANDELSKETTE / Kritik an Mattersburger SPÖ-Gemeinderat, der an seinem Gebäude für Firma in Wr. Neustadt wirbt.

VON RICHARD VOGLER

MATTERSBURG / Seit einigen Wochen weisen beim Mattersburger Kreisverkehr an der Bundesstraße zwei große Werbeplakate mit dem Slogan „Zur Nummer 1 in nur 14 Minuten“ auf eine große Elektrohandelskette mit ihrem Sitz in Wiener Neustadt hin - die Wirtschaftsvertreter haben damit keine Freude. Vor allem, weil die Plakate am Gebäude von SPÖ-Gemeinderat Christian Ulrich - er betreibt eine KFZ-Werkstätte - angebracht sind.

Marlies Wograndl, Obfrau des Mattersburger Einkaufsteffpunktes (Vereinigung der Innenstadtunternehmer) hält fest: „Wir vom Einkaufstreffpunkt versuchen mit unseren Aktionen die Innenstadt zu beleben. Ich finde das von einem Gemeindevertreter, wenn er für eine Elektrohandelskette in Wiener Neustadt Werbung macht, nicht in Ordnung. Man sollte sich für die Innenstadt einsetzen. Entweder ich kümmere mich als Gemeinderat um die Innenstadt oder nicht.“

„Solche Aktionen sind  kontraproduktiv“

Toni Bauer, Obmann der Mattersburger Wirtschaftskammer, tönt ins selbe Horn. „Solche Aktionen sind kontraproduktiv. Wir unternehmen alle Anstrenungen, um die Innenstadt zu beleben. Wenn eine solche Werbung von einem Gemeinderatsmitglied gemacht wird, stelle ich mir da die Frage, was bei den Sitzungen gemacht wird, wenn über die Innenstadt diskutiert wird.“ Auch zumindest einem Unternehmer geht die Sache gegen den Strich - Edi Jakubec von „Sport 2000“: „So etwas kann man nicht gut heißen, das ist nicht in Ordnung. Mir ist egal, welcher Partei man angehört. Dies ist weder von einem SPÖ-, einem ÖVP-, FPÖ-, noch einem Grün-Gemeinderat in Ordnung.“ SPÖ-Gemeinderat und Untenehmer Christian Ulrich entgegnet: „Ich sehe kein Problem darin. Eine Werbeagentur ist an mich herangetreten und hat angefragt, ob sie meine Werbeplakate gestalten und quasi im Gegenzug die beiden Plakate aufhängen dürfen. Sie bezahlen mir nichts dafür, es ist ein Gegengeschäft.“