Erstellt am 10. August 2011, 13:47

Wespen halten Feuerwehren auf Trab. Wespen halten seit einigen Wochen die Feuerwehr in Bad Sauerbrunn (Bezirk Mattersburg) auf Trab. Mehr als ein Dutzend Mal mussten die Florianijünger bereits ausrücken, um ganze Nester samt ihren schwarz-gelb-gestreiften Bewohnern aus Dachböden oder anderen "Verstecken" in Häusern zu entfernen.

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In der Feuerwehr-Alarmzentrale in Eisenstadt belegt die Statistik, dass es sich um keinen Einzelfall handelt: Gab es im gesamten Vorjahr landesweit 402 Einsätze wegen Wespennestern, so halte man heuer bereits bei 351, hieß es am Mittwoch auf APA-Anfrage.
 
"Immer wieder melden sich bei uns Leute, die über eine Wespenplage klagen", schilderte Roland Posch von der Feuerwehr Bad Sauerbrunn. Ist tatsächlich Gefahr im Verzug, müssen die Florianijünger ausrücken: "Die Leute ersuchen uns um Hilfe, weil sie teilweise Angst haben." Nicht zuletzt durch bekanntgewordene Fälle über allergische Reaktionen nach Insektenstichen seien die Menschen derzeit beim Thema Wespen sensibel.
 
Wenn sie sich bei Häusern niederlassen, nisten sich die Insekten meist unter Dachvorsprüngen, in Hohlräumen hinter Ritzen oder direkt am Dachboden ein. Auf der Terrasse oder am Balkon kommt es dann zur Begegnung mit den menschlichen Hausbewohnern. Noch vor zehn Jahren seien die Wespen bei Einsätzen "kein Thema" gewesen, schilderte Posch: "Das hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert."
 
Die Feuerwehrleute, die zur Beseitigung der Nester stets zu zweit ausrücken, sind gegen die kleinen Plagegeister durch ihre Einsatzbekleidung weitgehend gewappnet: Bei den dicken, feuerfesten Jacken sowie Handschuhen und Stiefeln mit Schnittschutz gibt es für die Stachel der Wespen kein Durchkommen. Aufrüsten musste man jedoch beim Gesichtsschutz, weshalb Imkerhauben angeschafft wurden.
 
"90 Prozent der Nester können beseitigt werden", schätzte Posch. Die mitunter wie Kunstwerke wirkenden Bauten erreichten manchmal bis zu einem Meter Durchmesser. In Einzelfällen seien aber auch der Feuerwehr Grenzen gesetzt, berichtete er von einer Begebenheit, wo sich die Tiere im Kasten einer Rollo niedergelassen hatten. Hätte man den Kasten geöffnet, hätte der Besitzer die Wespen im ganzen Haus gehabt. Deshalb habe man bis zum Herbst gewartet.
 
Nicht nur mit Wespen bekamen es die Florianijünger zu tun: Auch Hornissennester mussten bereits entfernt werden. Auf solche Einsätze müsse man sich noch besser vorbereiten: "Wir sind noch nie gestochen worden. Das spricht für uns", meinte Posch. Sowohl Wespen- als auch Hornissennester werden, wenn es sich machen lässt, im Ganzen abgenommen.
 
Dazu wird ein Behälter über die Behausung gegeben. Die Nester werden dann beispielsweise in ein Waldstück gebracht, "wo sie keinen Schaden mehr anrichten können. Denn manche Wespenarten sowie die Hornissen stehen unter Artenschutz.