Erstellt am 05. März 2014, 23:59

von Richard Vogler

Wiesen: Gemeinderat gegen Direktorin. Die Wiesener Ortspolitiker beschlossen einstimmig eine Resolution an die Burgenländische Landesregierung zuverfassen.

Streitpunkt. Gegen Volksschuldirektorin Renate Auer laufen Eltern und nun Politiker Sturm.  |  NOEN, Vogler
Von Richard Vogler

Die „Causa Auer“ schlug hohe Wellen. Stemmen sich schon lange die Eltern gegen die Wiedereinsetzung der Volksschuldirektorin, so spricht sich nun auch der Gemeinderat geschlossen dagegen aus. Das Ortsparlament beschloss bei der letzten Gemeinderatssitzung einstimmig eine Resolution an die Burgenländische Landesregierung: „Der Gemeinderat der Marktgemeinde Wiesen fordert erneut die sofortige Abberufung und Versetzung der wieder in ihre Position als Schulleiterin zurückberufenen Mag.a Renate Auer“.

Marktgemeinde Wiesen unterstützt Elternverein

Der Hauptinhalt der drei Seiten langen Resolution ist die Sorge um die Volksschulkinder und deren Eltern. Zum Abschluss heißt es: „Die Marktgemeinde Wiesen möchte noch ausdrücklich betonen, dass sie sich voll und ganz hinter die Anliegen des Elternvereines und der Elternvertreter stellt und diese mit allen in ihrer Macht stehenden Mitteln unterstützt.“

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Schauplatz Volksschule: Die Volksschuldirektorin ist seit zwei Wochen wieder im Amt und in der Schule soll „es mittlerweile wie früher, als die Direktorin zum ersten Mal im Amt war, zugehen“, berichtet ein Elternteil eines Kindes, das die Volksschule besucht. „Die Lehrer werden von der Direktorin alle kontrolliert. Alles wird schriftlich protokolliert, die Pädagogen müssen unzählige Mails von der Direktorin bestätigen oder sie lässt sich eine schriftliche Bestätigung geben. Das Klima soll eine Katastrophe sein, die Direktorin ist mit allen per Sie. Die Kinder bekommen das alles auch mit.“

Urteil in drei Wochen erwartet

Jene Gerüchte, wonach das Urteil zugunsten von Auer infolge eines Formalfehlers ausging, dementiert Landesschulratspräsident Gerhard Resch: „Das stimmt nicht. Das Gericht hat so entschieden, weil die Suspendierung von meiner Seite ein Akt der Willkür gewesen sein soll.“ Neben dem Suspendierungsverfahren (Resch ging in die nächste Instanz) befasst sich das Gericht auch noch mit dem Disziplinarverfahren gegen Auer - in drei Wochen wird ein Urteil erwartet. Renate Auer wollte keinen Kommentar dazu abgeben.

Zur Vorgeschichte: Nachdem es bereits seit längerem einen Konflikt zwischen Eltern, Kindern und Volksschuldirektorin Renate Auer gab, wurde die Direktorin von der Schule suspendiert. Auer fochte die Entscheidung gerichtlich an und bekam Recht. Vor rund drei Wochen wurde bekannt, dass sie wieder ihren Dienst als Direktorin der Wiesener Schule antreten werde. Am Montag vor zwei Wochen trat sie ihren Dienst wieder an.