Erstellt am 10. Januar 2018, 05:42

von Judith Jandrinitsch und Sandra Koeune

Zwei Pleiten zu Jahresbeginn. Sowohl die WEBA Fenster-Türen-Montage GmbH als auch die Tischlerei Pinter sollen nach Möglichkeit fortgeführt werden. Insolvenzgericht prüft die Fälle.

Sowohl die WEBA Fenster-Türen-Montage GmbH als auch die Tischlerei Pinter möchten ihre Firmen retten.  |  BVZ, Shutterstock / Tashatuvango

Wie der Österreichische Verband Creditreform berichtet, hat die WEBA GmbH am Landesgericht Eisenstadt den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. 

Tischlerei Pinter und WEBA sollen weitergeführt werden

Warum bei Aktiva von rund 960.000 Euro und Passiva von 1,2 Millionen Euro ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, erklärt der Verband Creditreform so:

„Wenn ein Grundstückswert von 439.000 Euro angenommen wird und die Uneinbringlichkeit der Forderungen mit 400.000 Euro besteht, dann sieht die Sache schon anders aus. In der Bilanz stellt sich der Status jetzt einmal so dar, wie aussagekräftig das tatsächlich ist, wird das Insolvenzverfahren zeigen.“ Generell hätte sich die Firma mit Projekten in der Slowakei übernommen, es gab hohe Investitionskosten und Kredite wurden schlagend.

Dass Zahlungsunfähigkeit der Grund auf Antragstellung eines Insolvenzverfahrens war, berichtet Masseverwalter, Rechtsanwalt Michael Wagner. Dieser erklärt: „Die Schuldnerin will die Firma fortführen. Das ist sicher machbar, aber ob es tatsächlich gelingt, hängt davon ab, wie sich das Insolvenzverfahren entwickelt.“

Ein Sanierungsverfahren sieht der Gesetzgeber nur für Firmen vor, wo noch Hoffnung besteht, dass diese die Finanzmisere überwinden können.

Wenige Tage nach Eröffnung des Verfahrens sei es sowieso noch viel zu früh, um Prognosen abzugeben. „Es ist die Aufgabe des Insolvenzgerichtes, zu prüfen, was Sache ist, und nicht die des Masseverwalters“, meint Wagner. Von der Insolvenz betroffen sind sieben Arbeitnehmer. Der Geschäftsführer konnte für eine persönliche Stellungnahme nicht erreicht werden.

Auch Tischlerei Pinter will weitermachen

Die Tischlerei Pinter hat ihren Firmensitz in Schattendorf, wohnhaft ist der Inhaber Erwin Pinter aber in Sankt Georgen. Der Betrieb kann seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen und hat am Landesgericht Eisenstadt den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eröffnet.

Masseverwalter Felix Stortecky erklärt die Gründe:

„Es gab strukturelle Probleme. Einzelne Aufträge wurden falsch eingeschätzt, hier war der Deckungsbereich zu gering.“ Laut Masseverwalter stehen Aktiva in Höhe von 37.200 Euro Passiva in der Höhe von rund 625.000 Euro entgegen. Der Antragsteller strebt die Fortführung des Unternehmens an.

„Es wird zu keinen Entlassungen kommen. Im Gegenteil sogar, zur Zeit gibt es acht Dienstnehmer und es sollen zwei weitere eingestellt werden. Dies ist aus finanzieller Sicht wichtig. Da der Betrieb zur Zeit voll ausgelastet ist und mit mehr Dienstnehmer die Aufträge abarbeiten kann. Zur Zeit kann einer Fortführung des Betriebes positiv entgegengesehen werden. Der Schuldner hat auch in seinem Bewusstsein für seine Aufträge viel dazugelernt“, erklärt Stortecky weiter.

Zur Zeit wird den Gläubigern eine Quote von 20 Prozent angeboten

„Zum Glück sind mehrere Aufträge für unsere Firma gegeben und so haben wir eine gute Ausgangslage um den Betrieb weiterführen zu können“, erklärt die Ehefrau des Schuldners. Der Betrieb selbst kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits 1926 gründete Andreas Pinter die Tischlerei. Zur Zeit wird den Gläubigern, laut Massenverwalter, eine Quote von 20 Prozent angeboten.