Erstellt am 18. Juni 2014, 13:30

von Michael Kremser

Wiesen steigt bei Discobus aus. Wiesen / In der Marktgemeinde wurde beschlossen aus dem Verein auszusteigen. Andere könnten dem Beispiel bald folgen.

 |  NOEN, privat
Der Verein Discobus feiert heuer sein zehnjähriges Bestehen und zählt mittlerweile stolze 118 Mitgliedsgemeinden im ganzen Burgenland.

„Kostenaufwand ist einfach nicht zu rechtfertigen“

„Der Verein sieht sich als gemeinnütziges Projekt, das die Jugendlichen günstig und vor allem sicher am Wochenende zu Veranstaltungen und auch wieder nach Hause bringt“, so Vereinsobmann Christian Illedits.

In Wiesen möchte man von diesem Angebot zukünftig keinen Gebrauch mehr machen – mit Ende 2014 läuft der Partnervertrag zwischen der Marktgemeinde und dem Verein aus und wird von Seiten der Gemeinde nicht mehr verlängert.

„Als Mitgliedsgemeinde des Vereins hatten wir einen jährlichen Kostenaufwand von rund 7.500 Euro, mit der kargen Beanspruchung des Angebots sind diese Kosten einfach nicht zu rechtfertigen“, erzählt Bürgermeister Matthias Weghofer, der weiters meint: „Zudem gibt es bei uns in der Gemeinde auch noch das Jugendtaxi, bei dem die Jugendlichen nur die Hälfte der Kosten der Taxifahrt selbst tragen müssen, dieses Angebot wird bei uns besser angenommen.“ Illedits findet es Schade, respektiert jedoch die Entscheidung.

Weghofer betont, dass die Entscheidung keine politische war

„Unser Projekt stellt einen erheblichen Beitrag zur Sicherheit der Jugendlichen auf den Straßen dar, natürlich steht es jeder Gemeinde frei sich daran zu beteiligen, aber ich denke mir, wenn es um die Sicherheit der Jugend geht, muss man Parteidenken außen vor lassen und da darf man keine Abstriche machen“, so Illedits.

Weghofer betont, dass die Entscheidung keine politische war: „Wir veranstalten jedes Jahr bei uns in der Gemeinde ein Jugendforum, bei dem die Jugendlichen dazu eingeladen sind, ihre Ideen und Vorschläge für die Gemeinde einzubringen, da wurde ich von den Jugendlichen darauf aufmerksam gemacht, dass der Discobus nicht genutzt wird, es war dies also rein die Entscheidung der Jugend.“

Während in Wiesen der Schritt schon gesetzt wurde, denkt man auch in der Nachbargemeinde Forchtenstein über eine Kündigung des Vertrages mit dem Verein laut nach.

„Das Angebot kostet einfach mehr als es tatsächlich von den Jungendlichen genutzt wird, deshalb haben wir beschlossen, die Kündigung mit dem Verein als Tagesordnungspunkt bei der nächsten Gemeinderatssitzung zur Abstimmung zu bringen“, so Forchtensteins Vizebürgermeister Josef Neusteurer.