Erstellt am 27. Juni 2012, 00:00

„Wieser Plattform“ will in den Gemeinderat. ALTERNATIVE / Eine neue Mixtur von Personen aller Lager möchte ab Herbst einen neuen Kurs in die Gemeindepolitik bringen.

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VON HELGA OSTERMAYER

WIESEN / Bei den kommenden Gemeinderatswahlen wird eine neue Gruppierung, die sich „Wieser Plattform“ (WiP) nennt, mitmischen.

„Unsere Mitglieder kommen aus allen Lagern, auch aus den unpolitischen. Das Team ist relativ groß, wer jedoch im Kernteam dabei sein wird, das wird erst in einigen Wochen feststehen“, verrät Dietmar Rath, einer der Mitinitiatoren. Auch Josef Koch, einer der ehemaligen sechs ÖVP-Gemeinderäte, die seit 2008 aus dem Gemeinderat ausgeschieden sind (fünf verließen auch die Fraktion), findet in der Wieser Plattform eine neue Heimat. „Ich wollte mit meinen Mitstreitern etwas in der Gemeinde bewegen. Das gute Team, das wir hatten, ist leider zerbrochen. Dem Bürgermeister laufen die Leute aus der eigenen Fraktion davon, weil keine Gesprächsbasis mehr vorhanden und das Vertrauensverhältnis zerstört ist“, sagte Josef Koch, der 17 Jahre lang im Gemeinderat saß, sieben davon als Gemeindevorstand, über die Gründe des Austritts. Ob sich die weiteren ausgeschiedenen Mandatare bei der Plattform engagieren werden, ist noch fraglich, Karin Karner ist definitiv nicht dabei.

Die Unabhängige Liste Wiesen (ULW) besteht zur Zeit nur mehr aus ihrem Obmann Rudolf Bernhard, denn der Rest der fünfköpfigen Mannschaft wird größtenteils ebenfalls der neuen Gruppierung beitreten. Bei Yvonne Nussbaumer und Gerald Seidl ist das schon ziemlich sicher. Rudolf Bernhard sagt dazu: „Ich lasse mir derzeit noch offen, was ich machen werde. Eventuell gliedere ich mich in eine Fraktion ein, die mir hilft, dem politischen Druck, der auf mich von der ÖVP ausgeübt wird, standzuhalten.“

„Diese Plattform ist aus  Rachgegelüsten entstanden“

Bürgermeister Matthias Weghofer sagt dazu: „Was diese Plattform bringt, ist nichts Neues mehr. Sie agiert entweder aus Unwissenheit oder bewusst mit Unwahrheiten. Sie sagt zum Beispiel, dass wir nichts für die Wiesener Jugend tun würden. Das ist schlichtweg nicht wahr, denn was wir für die Jugend machen, das tut kaum eine andere Gemeinde. Ich sage nur Kommunikationsplatz oder 50-prozentige Vergütung von Festivalkarten und noch vieles mehr. Meiner Meinung nach ist diese Plattform nur aus reinen Rachegefühlen entstanden.“

In einer Aussendung der Wieser Plattform, die am 19. Juni an alle Haushalte ging und auch im Internet nachzulesen ist, steht Folgendes: „Wir, die Wieser Plattform, sind die einzige Gruppierung in Wiesen, die vollständig unabhängig und keiner politischen Partei verpflichtet ist. Wir stehen für einen sachlichen und zukunftsorientierten Kurs in der Gemeindepolitik. Wir sind zur Zusammenarbeit mit allen Gemeindefraktionen und mit allen Interessensgruppen bereit. Politisches Hick-Hack und Ausgrenzung lehnen wir ab ... Die Volksschule Wiesen ist das schmerzlichste Beispiel für die Unfähigkeit, drängende Probleme zu lösen. ...“

Josef Koch, ein ehemaliger ÖVP-Gemeindevorstand, wird bei der neuen Wieser Plattform mitmachen.