Erstellt am 26. Oktober 2010, 00:26

Wirbel um Grundstück im Hochwassergebiet. FLÄCHENUMWIDMUNG / Der Mattersburger Andreas Gold will in Sigleß Grün- in Bauland umwidmen lassen. Antrag abgelehnt.

Andreas Gold: »Ich persönlich würde mich schämen, wenn ich hier politisch verantwortlich wäre.«  |  NOEN
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VON MARTIN PLATTENSTEINER

SIGLESS / Die Vorgeschichte umfasst eine Zeitspanne von 28 Jahren. Andreas Gold, er selber ist pikanterweise der Leiter der Gemeindeaufsicht in der Landesregierung, möchte seit bald drei Jahrzehnten ein Grundstück in der Hammerzeile in Sigleß von Grün- in Bauland umwidmen lassen. Bislang aber ohne Erfolg.

Zuletzt wurde seine Anfrage - via „Erinnerung“ an den Gemeinderat - in einer lautstark geführten Gemeinderatssitzung (bei der Gold anwesend war) abgeschmettert, da bei dem rund 800 Quadratmeter großen Grundstück nicht alle Sicherheitsauflagen, die zum Schutz vor einem hundertjährigen Hochwasser notwendig sind, erfüllt werden.

Geringfügige Anschüttung  reicht scheinbar nicht aus
„Der Gemeinde gehen jetzt die Sachargumente aus. Hier handelt es sich wahrscheinlich um Neid und Missgunst“, ärgert sich Gold. „Ich habe ein Gutachten erstellen lassen, welches besagt, dass eine geringfügige Anschüttung beim Grundstück die Auflagen erfüllen würde.“ Diese Anschüttung gibt es schon. „Strom, Wasser und Kanal gibt es hier bereits - auch keiner der Nachbarn hätte einen Schaden.“ Gold selber hat die Idee, in Sigleß bauen zu wollen, schon längst verworfen. „Ich habe so viel Zeit und Geld in das Projekt hier investiert, da hätte ich mir schon ein Grundstück an der Cote d‘Azur kaufen können. Jetzt will ich nur mehr Gerechtigkeit, denn hier geht der Ermessungsspielraum der Gemeinde in Willkür über.“

Starker Tobak also. SPÖ-Ortschef Alfred Krenn sieht die Streitfrage dennoch relativ nüchtern. „Die Hochwasserstudie des Landes besagt, dass dort nicht gebaut werden darf“, so der Bürgermeister. „Gold wird wie jeder andere behandelt. Hier gilt gleiches Recht für alle.“ Die Bezirkshauptmannschaft wird - laut Krenn - prüfen, ob Golds Anschüttung überhaupt legal errichtet wurde und rechtskonform ist. Seines Wissens nach sind sich nicht alle Anrainer in der Hammerzeile sicher, ob bei einem Hochwasser ihre Grundstücke nicht doch überflutet werden können.

Gold soll zudem im angrenzenden Edlesbach auch eine Wehranlage errichtet haben. „Dort kann das Wasser ordentlich ansteigen“, meint Krenn. „Ich werde mich weiterhin genau an die Vorschriften halten.“