Erstellt am 28. Oktober 2015, 05:12

von Richard Vogler

Wirbel um Verkehrslösung. Bezüglich Verkehrslösung bei der S4 gibt es Kritik von Unternehmern und Oppositionsparteien. Land hält dagegen, dass „nun die beste Lösung ausgearbeitet wurde.“

Autoschlangen. An Nachmittagen gibt es von Wiener Neustadt kommend für Pkw-Lenker immer wieder Wartezeiten. Foto: Richard Vogler  |  NOEN, Richard Vogler
Die Situation beim Arena-Kreisverkehr ist hinlänglich bekannt: Morgens gibt es von Mattersburg weg immer wieder Stau, am Nachmittag gibt es Warteschlangen für jene Autos, die von Eisenstadt oder Wiener Neustadt kommen.

Neben den Autoschlangen ist die Lage dort auch gefährlich, denn immer wieder queren Fußgänger verbotenerweise die Schnellstraße beim Kreisverkehr. Vor Kurzem wurde eine Verkehrslösung präsentiert (siehe Infos unten).

Die gesamte Vorgangsweise zieht nun den Unmut von Unternehmern und Lokalpolitikern nach sich.

„Steuerzahler wird zur Kasse gebeten“

Melanie Eckhardt (Firma Bürstenerzeuger und Bezirks-Obfrau des Wirtschaftsbundes) findet es „sehr erstaunlich, dass weder eine Über- oder Unterführung für die Fußgänger realisiert wurde, obwohl dies behördlich vorgeschrieben wurde. Ein wenig drängt sich das Gefühl auf: Die kleinen Unternehmer müssen jede behördliche Vorgabe punktgenau umsetzen, die Großen können es sich richten. Anscheinend wird jetzt auch der Steuerzahler bei der neuen Verkehrslösung zur Kasse gebeten.“

Vicky Hesch (Sport 2000 Lehner Mattersburg) empfindet die Vorgangsweise „wie einen Schildbürgerstreich. Vor der Arena hat es eine Kreuzung gegeben, diese wurde zu einem Kreisverkehr umgebaut und nun gibt es wieder eine Kreuzung. Warum der Herr Gruber die Auflagen nicht erfüllen muss, verstehe ich einfach nicht.“

Daniela Spuller von „feel ‚in fashion“ hat die Vermutung, dass „bei der ganzen Angelegenheit Arena-Betreiber Gruber die Zügel einfach in der Hand hat. Es wird gemacht, was er sagt.“

Und auch die Mattersburger Oppositionsparteien sparen nicht mit Kritik. Bereits kurz nach Bekanntwerden meldete sich Michael Unger zu Wort: „Die neue Variante, dort zwei Ampeln zu errichten, wird die Situation nicht entschärfen, sondern eventuell sogar zu einem höheren Unfallrisiko führen“, so der Gemeinderat der Grünen.

„Arena-Chef kommt nun billiger weg“

ÖVP-Vizebürgermeister Michael Ulrich hält fest, dass „dort jahrelang Untätigkeit herrschte, ursprünglich war ja die Über- oder Unterführung vorgeschrieben. Ich hoffe, dass dies nun endlich umgesetzt wird, so dass es zu einer Entschärfung beim Sicherheitsproblem gibt. Nun werden wieder die Steuerzahler zur Kasse gebeten.“

Auch Ernst Gerdentitsch von der LZM (Liste Zukunft Mattersburg) missfällt der Umstand, dass „Arena-Chef Werner Gruber nun billiger wegkommt als bei der ursprünglich angedachten Variante. Ich glaube dennoch, dass es mit der Ampellösung zu einer Minderung des Staus kommt.“

Isabel Strobl, Büroleiterin von Verkehrslandesrat Helmut Bieler, nimmt Stellung: „Die Kosten für die Verkehrslösung betragen geschätzte 1,8 Millionen Euro brutto. Herr Gruber trägt 800.000 Euro davon, den Rest teilen sich ASFINAG und das Land.

Geht es nach Strobl, so war eine Verkehrslösung bei der Eröffnung nicht zwingend vorgeschrieben. „Es gibt Auflagen, die sofort erledigt werden müssen und andere Vorschläge, die erst im Laufe der Zeit umzusetzen sind.“

„Beste Lösung nun ausgearbeitet“

Betreffend jener Variante der Über- oder Unterführung hielt Baudirektor Wolfgang Heckenast vor Kurzem fest, dass „dies bei Nacht und schlechtem Wetter für die Fußgänger zu gefährlich gewesen wäre“.

Strobl erläutert nun, dass „diese Variante zu teuer gewesen wäre. Und auch mit dem Grundwasser dort hätte es Probleme gegeben. Die Verkehrstechniker haben die beste Lösung nun ausgearbeitet.“

Arena-Betreiber Werner Gruber konnte bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.
 

Infos:

  • Im Jahre 2009 wurde der zweite Abschnitt des Einkaufszentrums Arena – mit der Auflage, eine entsprechende Verkehrslösung umgesetzt zu haben – eröffnet.

  • Die Verhandlungspartner ASFINAG, Land Burgenland und Arena-Betreiber Werner Gruber sind nach sechs Jahren zu einer Lösung gekommen. Erste Maßnahme: Von Wiener Neustadt kommend, wird es in den zweiten Abschnitt eine eigene Abfahrt mit Ampelregelung geben. Zweite Maßnahme: Der bestehende Kreisverkehr wird durch eine Kreuzung (ebenfalls mit einer Lichtsignalanlage) ersetzt.