Erstellt am 18. September 2013, 00:00

Wirrwarr um Schüler ohne Deutschkenntnisse. Verwirrung um Schüler / FPÖ kritisiert Aufnahme eines Schülers an der HTL Eisenstadt, dieser ist mittlerweile jedoch im Mattersburger „Poly“.

Verwirrung um Schüler / Die FPÖ brüskiert sich über einen HTL-Schüler aus Mattersburg, der angeblich keine Deutschkenntnisse besitzt und deshalb den Unterricht stört, dieser ist jedoch mittlerweile an eine andere Schule gewechselt.

Wie es zu diesem Wirrwar kam? Vergangene Woche gab es von der FPÖ eine Presseaussendung. „Offenbar ist man davon ausgegangen, dass der Schüler die Schule ohnehin abbrechen würde, wenn er zur Kenntnis nimmt, dass er dem Unterricht nicht folgen kann. Dem war aber nicht der Fall. Mitschüler mit Wurzeln aus demselben Heimatland übersetzen während des Unterrichts Teile des Vortrags der Lehrer. Der Unterricht leidet darunter in unzumutbarem Ausmaß. Der Schüler hat aber keine Chance, die Schule zu schaffen. Die erste Klasse muss er nun wiederholen“, heißt es darin.

Schulleiter: „Absprache mit dem Landeschulrat“

Bei dem türkischstämmigen Mattersburger handle es sich um einen außerordentlichen Schüler. Auf Anfrage der BVZ Montag dieser Woche vertritt auch HTL-Direktor Stefan Wagner die Meinung, dass er weiterhin die HTL besucht.

„Es gibt es bei solchen Schülern eine Absprache mit dem Landeschulrat. Er hat die Möglichkeit während seiner Schulzeit selbstständig Deutsch zu erlernen“, so der Schulleiter. Ein Klassenkollege das Schülers vom vergangenen Schuljahr berichtet, dass „er dem Unterricht aufgrund der Sprachkenntnisse nicht folgen konnte. Schwierigkeiten hat es mit ihm aber nicht gegeben.“

Schüler kam erst 2013 nach Österreich

Dass der Junge im Schuljahr 2012/2013 die HTL Eisenstadt besuchte, ist Fakt. Nach Recherchen der BVZ kam ans Tageslicht, dass der Schüler mit aktuellem Schuljahr jedoch an das Mattersburger Polytechnikum gewechselt ist.

„Die Familie ist erst Ende Oktober, Anfang November vergangenen Jahres von der Türkei nach Österreich gekommen und der Junge wollte in die HTL gehen. Nach dem Schuljahr hat er sich offensichtlich entschlossen, die HTL zu verlassen. Bei uns an der Schule macht er ein freiwilliges elftes Schuljahr und ist gemeinsam mit seinem Bruder, der ebenso ein außerordentlicher Schüler ist, an unserer Schule. Dass es außerordentliche Schüler gibt, das ist nichts Ungewöhnliches. Man kann den Kindern damit die Möglichkeit geben, sich zu integrieren. Bei uns in der Klasse wurde er von seinen Mitschülern toll aufgenommen, er ist in der Klassengemeinschaft voll integriert“, so Claudia Schlager, Lehrkraft an der Polytechnischen Schule in Mattersburg.

Die BVZ fragte noch einmal beim ehemaligen HTL-Lehrer und FPÖ-Bezirksobmann Herbert Schütz nach: „Die Info, dass der Schüler in der Polytechnischen Schule aufgenommen wurde, sei noch nicht bei den unterrichtenden Lehrern der HTL angekommen. Dort würde er noch immer geführt werden“, so Schütz.

Direktor Wagner gab Dienstag dieser Woche bekannt, dass der Schüler nicht mehr die HTL besucht. „Da er nicht mehr schulpflichtig ist, muss er sich aber nicht abmelden“, so Wagner.